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Surftipp der Woche: Der Klang im NetzSurfen auf den Radiowellen
Die Frequenzleiste alter Radios gleicht einer akkustischen Weltreise: Städtenamen wie London, Berlin oder Hilversum markierten damals anstelle nummerischer Angaben die Positionen europäischer Radiostationen. Heute dringt dort oft nur noch Rauschen durch die Lautsprecher. Aber auf weltweiten Empfang muss man dennoch nicht verzichten. Aus Frequenzen werden Internet-Adressen und Computer verwandeln sich in Radios. Da der schnelle Zugang zum Datennetz dank DSL-Möglichkeiten immer erschwinglicher wird, steigt auch die Empfangsqualität der Programme. Kostenlose Software macht den Rechner zum Weltempfänger. Drei verschiedene Formate haben sich dabei durchgesetzt. RealAudio von Real.com, die Microsoft-Entwicklung für den hauseigenen Windows Media Player und ein MP3-Stream, der zum Beispiel von WinAmp verstanden wird. In der Klangqualität sind sich alle drei Verfahren für den normalen Gebrauch inzwischen sehr ähnlich. BBC rund um die Welt
Einer der ersten deutschen Sender, die den Schritt ins Internet gewagt haben, war die Pop- und Rockwelle des Süddeutschen Rundfunks, SWR3. Mittlerweile bietet die Adresse nicht nur das laufende Radioprogramm an, auch gesendete Radio-Comix lassen sich gezielt abrufen. Eine Übersicht aller 37 im Internet verfügbaren Sender der ARD bietet das RadioNet, darunter WDR2 aus Köln, N-Joy aus Hamburg und das Deutschlandradio aus Berlin. Auch an der Themse wird fleissig ins Netz gefunkt. Die sechs großen Radioprogramme der BBC lassen sich via Internet rund um die Welt empfangen. Anders als bei vielen deutschen Sendern nutzen die Briten die weiteren Möglichkeiten des Netzes allerdings kaum aus. Eine Übersicht gespielter Titel, wie sie zum Beispiel EinsLive bietet oder eine Musikdatenbank wie bei SWR3 sucht man vergebens. Am 1. Mai schweigt das Netz
Die Netz-Sender in Amerika plagen zur Zeit allerdings wesentlich größere Sorgen. Eine neue Regelung sieht vor, dass die Stationen Geld an die Plattenfirmen zahlen sollen. Ihre Kollegen, die via Funk und Kabel senden, sind seit jeher von dieser Gebühr befreit. Wie lange man also noch Stationen wie ClevelandHits, AccuBroadway oder GoodTimeOldiesRadio im Netz hören kann, ist nach Angaben der Betreiber fraglich. Einen kleinen Vorgeschmack auf die mögliche Entwicklung liefert der 1. Mai: er wurde zum "Day of Silence" erklärt. An diesem Tag schweigen die betroffenen US-Sender. Mehr dazu verrät die Website SaveInternetRadio.org. Matthias Wege - Screenshots: Red. |
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Zuletzt geändert am 26. April 2002 19:30 von mwege |
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