... Glaubensbekenntnisse der Pinguin-Fraktion
Grietje Bettin, medienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, ist vor allem von der basisdemokratischen Idee von Open-Source-Systemen wie Linux fasziniert. Jeder Anwender kann kann Verbesserungsvorschläge machen. Der Blick hinter die Benutzeroberfläche steht jedem offen, denn der Quellcode des Programms - sozusagen seine Bauanleitung - ist kein Geheimnis.
Unter dem Druck der Konkurrenz spielt nun auch Microsoft zunehmend mit offenen Quellcodes. Tauss sieht darin eine PR-Kampagne, mit der den Linux-Befürwortern der Wind aus den segeln genommen werden soll. Kurt Sibold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Microsoft GmbH, appellierte in einem offenen Brief an einige Parlamentarier, sich nicht von der Linux-Lobby blenden zu lassen.
Eine Entscheidung für Linux im Bundestag könnte eine symbolische Wirkung haben: Die Förderung von kleinen und mittleren Software-Herstellern und die Zerschlagung des Microsoft-Monopols. Gerade das wollen viele Abgeordnete erreichen. Der Bundestag müsse ein positives Beispiel abgeben, meint Bettin. Andere Abgeordnete fürchten jedoch den Vorwurf der Parteilichkeit.
Ältestenrat entscheidet kommende Woche
Der Ältestenrat, der das letzte Wort bei der Entscheidung hat, lässt sich nicht in die Karten schauen: "Wir haben ganz neutral mehrere Betriebssysteme verglichen", sagt Küster. Unter dem Vorsitz des Sozialdemokraten befasst sich am 28. Februar eine Kommission mit den Ergebnissen eines unabhängigen Gutachtens und legt dem Ältestenrat eine Empfehlung vor. Mit einer Entscheidung wird Mitte März gerechnet. "Es wird wohl ein Kompromiss dabei rauskommen", sagt Bettin, darauf deuten auch die bisherigen Gutachten hin. Aber auch das sei schon ein erster Erfolg.
Die Debatte im Internet: www.bundestux.de
Susanne Rieper (AFP); Foto: dpa
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