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Ken Saro-Wiwa:

Wortgewaltiger Kämpfer für sein Volk

London (dpa) - Der am Freitag hingerichtete nigerianische Schriftsteller und Umweltaktivist Ken Saro-Wiwa hatte seit Jahrzehnten für das Überleben der etwa 500.000 Ogoni in Nigeria gekämpft.

Der Stamm bildet nur eine kleine Minderheit unter den etwa 100 Millionen Einwohnern des westafrikanischen Landes. Der 54 Jahre alt gewordene Saro-Wiwa aus dem Niger-Delta hatte sich bei seinem Kampf auch unorthodoxer Methoden bedient. Sie führten ihn in die wichtigsten Hauptstädte der Welt und zu den Vereinten Nationen und brachten ihm 1994 weltweite Anerkennung durch die Verleihung des alternativen Nobelpreises ein.

In Nigeria wurde der ausschließlich im eigenen Land ausgebildete Mann des Wortes als Verfasser von Romanen, Gedichten und Theaterstücken bekannt. Eine überaus populäre Fernsehserie ("Basi and Company"), die in den siebziger Jahren wöchentlich die Nation vor dem Fernseher vereinte, stammte auch aus seiner Feder. 1992 war er Präsident des nigerianischen Schriftstellerverbandes. Karrieren als Regional-Administrator und gar als Staatsminister für Erziehung und Verkehr (1970-73) sowie als Ladenbesitzer (1973-77) und als Journalist kennzeichneten seinen weiteren abwechslungsreichen Lebenslauf.

Der nigerianischen Militärregierung war der Sprecher der Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volks (Mosop) zunehmend ein Dorn im Auge. Mitte 1993 wurde er unter Vorwänden wiederholt festgenommen und in Gewahrsam gehalten. Als im Mai 1994 vier Stammesführer der Ogoni ermordet wurden, legten die Behörden ausgerechnet dem Kämpfer für die Ogoni die Bluttat zur Last. Saro-Wiwa hat jede Beteiligung bestritten.

Auch als es vor Gericht um seinen Kopf gegangen war, hatte er sich zum friedlichen Kampf für sein Volk bekannt. Er werde es nicht hinnehmen, daß das Land seines Stammes durch rigorose Ausbeutung der Ölvorkommen vernichtet und daß seinen Landsleuten so die Existenz entzogen werde, hatte er erklärt. Dabei hatte er vor dem Militärgericht in Port Harcourt den Konzern Shell angeklagt, der die Vorkommen ausbeutet. In seinem Prozeß-Schlußwort "gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung" hatte Saro-Wiwa auch die herrschenden Militärs in seinem Land angeklagt.


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