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. . . Schröder trennt sich von Frau "Hillu"

Die Nachricht von der Trennung des Ehepaars Schröder schlug am Montag morgen in Hannover wie eine Bombe ein. Sogar in der niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion ahnte kaum einer, daß zwischen Schröder (51) und seiner Frau "Hillu" (47) etwas nicht stimmte.

Sie ist "eine großartige Frau", hatte der Redierungschef noch vergangenen Woche der Republik in der ZDF-Sendung "Was nun, ...." verkündet. Oft waren beide zusammen bei politischen Veranstaltungen aufgetreten und hatten fast perfekte Harmonie demonstriert.

Schröders dritte Ehe

Der SPD-Politiker ist seit 1984 in dritter Ehe mit Hiltrud verheiratet, die zwei Töchter mit in die Ehe brachte. Hiltrud Schröder nahm häufig an der Seite ihres Mannes politische Aufgaben wahr. Zuletzt verteidigte sie den umstrittenen Besuch des Wiener Opernballs "als völlig normal".

Aus der Umgebung Schröders wußten nach dpa-Informationen nur wenige Menschen, daß es hinter den Kulissen der Ehe wegen persönlicher Unstimmigkeiten schon seit Monaten kriselte. In den letzten drei Wochen sei es dann zu einer Verschärfung gekommen, die am Wochenende in die jetzt veröffentlichte Trennung mündete, hieß es. Das Ehepaar habe von ihren Schwierigkeiten nichts nach Außen dringen lassen, um alle Möglichkleiten auszuloten, die Ehe doch noch zu retten.

An Hiltruds Engagement gestoßen?

Dem Vernehmen nach soll sich der Ministerpräsident teilweise auch an Hiltruds Engagement in der Öffentlichkeit gestoßen haben. Manche Vorstöße von Niedersachsens First Lady in Sachen Tierschutz gingen dem Regierungschef zu weit. Daß "Hillu" Schröder ein gewichtiges Wort bei der Politik ihres Mannes mitzureden zu hatte, war über Niedersachsen hinaus bekannt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) konnte sich denn auch nicht die Spitze verkneifen, die Verfassung sehe das Amt der Ministerpräsidentengattin nicht vor.

In der Riege der Politikerehen galt die Verbindung Gerhard und Hiltrud Schröder als etwas besonderes. Wie kaum eine andere Ministerpräsidentengattin stützte die 47jährige Hiltrud die Pläne ihres Mannes mit zahllosen öffentlichen Auftritten und Engagement. Die kleine, zierliche und selbstbewußte Frau hatte wiederholt in Interviews erklärt, ihr Mann sei der beste Kanzlerkandidat.

Lautstarke Streitereien gehörten zum Familienalltag

Schon 1993 während der SPD-Mitgliederbefragung zu einem neuen Bundesvorsitzenden gestand sie einem Reporter: "Darauf arbeiten wir seit Jahren hin." Auch beim Landtagswahlkampf 1994 war sie aktiv dabei. Als einfaches Parteimitglied - mit 28 Jahren war sie in die SPD eingetreten - warb sie beispielsweise in der hannoverschen Fußgängerzone für ihren Mann.

Schröder hat immer die wichtige Rolle seiner Frau auch in seinem politischen Leben unterstrichen. Einige von Schröders Mitarbeitern bestätigen das hinter vorgehaltener Hand. Wenn sich Hiltrud Schröder beim Frühstück über einen Sachverhalt aufregte, konnte der Regierungschef dann in der Staatskanzlei recht energisch werden. Hiltrud selbst gab in einem Interview zu Protokoll, lautstarke Streiterein um politische Gewissensfragen gehörten zum Familienalltag. Hans-Edzard Busemann; Foto: Reuter


Last edited: tk@rhein-zeitung.de 12.06.1998 06:32