Zahlreiche Walarten sind bedrohtHamburg (dpa) - Der internationale Walfang hat für alle Walarten verheerende Folgen gehabt. Zahlreiche Bestände wurden nach Berichten der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf deutlich unter zehn bis zwanzig Prozent ihrer ursprünglichen Größe reduziert. So sei die geschätzte Zahl der Blauwale etwa in der Nähe von Island von 10 000 zu Beginn des Walfangs auf heute rund 930 gesunken.Der Bestand der Blauwale der Antarktis ist nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace von 220 000 auf 700 geschrumpft. Weltweit seien in diesem Jahrhundert weit über zwei Millionen Großwale aus kommerziellen Gründen getötet worden. Der IWC ist das zentrale Organ für Erhaltung und Bewirtschaftung der Walbestände. Das Verbot des kommerziellen Walfangs (Moratorium) wurde 1982 beschlossen. Es trat 1986 in Kraft und ist unbefristet. Derzeit wird das Moratorium überprüft: Wie wirkt sich das Fangverbot auf die Lage wichtiger Walbestände aus? Wie zuverlässig sind Bestandseinschätzungen? Ein großes Problem ist die Schätzung der Zahl aller Wale weltweit. Viele Bestände, wie etwa die der Blauwale im Nordwest-Atlantik, sind völlig unbekannt. Streitpunkt in der Kommission mit 39 Mitgliedern ist vor allem das Verhalten Norwegens und Japans. Norwegen hatte Einspruch gegen das Moratorium erhoben und fängt weiterhin Wale zu kommerziellen Zwecken. Japan beruft sich beim Fang von rund 440 Zwergwalen jährlich aus antarktischen Gewässern - die für den Walfang geschützt sind - auf Forschungszwecke. Nach Greenpeace-Angaben dient der Fang aber nur dazu, den japanischen Markt mit Walfleisch zu versorgen. |