Stichwort: NeandertalerHamburg (dpa) - Der Neandertaler zählt zu den Altmenschen und entwickelte sich vor rund 300.000 Jahren aus dem Homo Erectus - dem aufrecht gehenden Stammvater der weitverzweigten Menschheitsgeschichte, die ihre Wurzeln in Afrika hat. Schon vor etwa 600.000 Jahren trennten sich den jüngsten Forschungsergebnissen zufolge die Wege des Neandertalers von der Linie, aus der später der Homo sapiens als erster moderner Mensch hervorgehen sollte.In Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten lebten Homo Sapiens und Neandertaler jedoch bis zu 50.000 Jahre nebeneinander. Vor etwa 30.000 Jahren starb der robust-muskulöse Altmensch mit der fliehenden Stirn aus - ob durch eine Epidemie oder die Dominanz des fortschrittlicheren Homo Sapiens bleibt unklar. Der Neandertaler war als Jäger und Sammler stark von seiner Umwelt abhängig. Als Werkzeuge benutzte der 1,60 bis 1,78 Meter große Urmensch vor allem Faustkeile, Schaber und auch bereits Messer. Bestattungsriten deuten auf erste Formen von Natur- oder Götterglauben hin. Auch einfacher Körperschmuck und die Tatsache, daß den Skelettfunden zufolge einige sehr schwer verletzte Neandertaler offenbar durch Zuwendung ihrer Umgebung überlebten, lassen auf ein funktionierendes Sozialgefüge schließen. Seinen Namen hat der Neandertaler von dem ersten spektakulären Fund 1856 in einem kleinen Tal in der Nähe von Düsseldorf. Bisher wurden insgesamt etwa 150 mehr oder weniger bruchstückhafte Skelette entdeckt. Letzte Änderung: 14.07.1997 11:38 von aj |