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Leserbrief

. . . Der "Kaiser" poltert in Gladbach

In der Tat läßt das Tabellenbild noch längst keine Rückschlüsse auf den Stand der Gesamtwertung nach den 34 Einzelprüfungen zu. Das Grüne Trikot nach Bewertungspunkten überstreifen durften sich aber Dortmunds Europacup-Helden und ihr neuer italienischer Trainer Nevio Scala nach der Galavorstellung beim 3:0 gegen den 1. FC Köln. "Die Borussia ist dabei, die offensive Philosophie von Nevio Scala umzusetzen. In vier Wochen werden wir unsere Topform erreicht haben", sagte Jürgen Kohler. Deutschlands "Fußballer des Jahres" (7.) traf ebenso per Kopf ins Tor wie Heiko Herrlich (37.) und Jörg Heinrich (75.).

Das Gelbe Trikot übernahm mit einem energischen Schlußspurt auf der Zielgeraden Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern. Vier Tage nach 1:0-Triumph beim Rekordmeister Bayern siegte der Neuling erneut mit dem knappsten aller Siege, diesmal dank Olaf Marschalls Abstaubertreffer (75. Minute) gegen Mitaufsteiger Hertha BSC Berlin. Während Trainer Otto Rehhagel ("Wenn wir am Ende nur sechs Punkte haben, steigen wir ab") die Tabellenspitze nicht überbewerten wollte, tobte hinter den Kulissen weiter die Schlammschlacht in den Führungsgremien. Die nächste Runde bei den disharmonischen Pfälzer ist nun für Freitag bei der Tagung von Präsidium und Verwaltungsrat angesetzt.

Für Unruhe sorgte beim FC Bayern München einmal mehr Präsident Franz Beckenbauer. "Es ist unglaublich. Wir haben in zwei Spielen 300 Torchancen, aber erst einen Treffer erzielt", schimpfte der "Kaiser". Gladbachs Führung nach dem dritten Saisontreffer von Jörgen Petterson (17.) glich Thomas Strunz (55.) aus. Während Mehmet Scholl und Michael Tarnat am überragenden Borussen-Keeper Uwe Kamps scheiterten, bremsten gleich drei Abseitspfiffe von Schiedsrichter Hartmut Strampe (Handorf) den Torhunger des 12,5-Millionen-Mark-Einkaufs Giovane Elber.

1860 legte Protest ein

Durch einen Pfiff des Unparteiischen Michael Malbranc glaubt sich auch der TSV 1860 München um den Lohn der Mühen beim 2:2 gegen den Karlsruher SC gebracht. Vor dem Ausgleich von Sean Dundee zwei Minuten vor dem Ende wollen die "Löwen" einen Pfiff gehört haben. Malbranc bestritt jedoch, die Begegnung nach einer Attacke von Abedi Pele an KSC-Nationalspieler Thoams Häßler unterbrochen zu haben. Nach Studium der TV-Bilder legten die Sechziger fristgerecht Protest ein und berufen sich dabei auf Paragraph 25, Absatz 2 c der Spielordnung. Wenn "ein Regelverstoß des Schiedsrichters die Spielwertung als verloren oder unentschieden mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflußt hat", kann binnen 48 Stunden Einspruch erhoben werden.

Wie lange die Schonfrist für Hans-Jürgen Dörner als Trainer von Schlußlicht Werder Bremen läuft, ist dagegen noch offen. Das Wettbüro "Intertops" verweigert mittlerweile die Annahmen von Wetten auf den ehemaligen Coach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als erstem Trainer-"Opfer" der jungen Saison. Bequem zurücklehnen dürfen sich hingegen vorerst Frank Pagelsdorf vom Hamburger SV und Willi Reimann von Aufsteiger VfL Wolfsburg. Mit dem gerechten 1:1 kamen sowohl der HSV als Tabellenelfter, als auch der Neuling auf Rang vier besser als erwartet aus den Startlöchern. Dagegen droht Pokalsieger VfB Stuttgart nach dem 1:2 bei Arminia Bielfeld am Freitag gegen Bayer Leverkusen (3:2 gegen VfL Bochum) ein klassischer Fehlstart. Bochum kann die Scharte schon in der zweiten Freitags-Begegnung gegen den MSV Duisburg auswetzen, der Schalke 04 mit 1:0 bezwang. Wolfgang Harder

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Letzte Änderung: 08.08.1997 00:02 von jp