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Leserbrief

Bayer Leverkusen - VfL Bochum 3:2 (0:1)

Kirsten: "Darauf kann man aufbauen"

Leverkusen (sid) Nach dem Happy-End im Fußball-Krimi konnte Christoph Daum erst mal aufatmen. Durch das 3:2 (0:1) gegen den VfL Bochum ist der Trainer mit Vizemeister Bayer Leverkusen wieder im Punktesoll, wenngleich ihm der "Thriller" ziemlich an die Nieren gegangen war und er seiner Truppe ins Stammbuch schrieb: "Wir müssen in Zukunft zielstrebiger und kompakter auftreten, damit wir eine solche Herzinfarkt-Stimmung nicht aufkommen lassen."

Der zwölfte Heimsieg der Werks-Elf in Folge läßt Daum nun wesentlich gelöster am Freitag an seine alte Wirkungsstätte Stuttgart reisen. Gegen Bochum stand der Trainer-Magier mit seiner Mannschaft nach eigenen Worten aufgrund der 1:2-Auftaktpleite in Schalke "mit dem Rücken zur Wand". Daß es am Ende zum ersten Saisonsieg reichte, lag vor allem am eminent bissigen und engagierten Torjäger Ulf Kirsten. "Ich habe einen überragenden Ulf Kirsten gesehen", lobte Bundestrainer Berti Vogts als Augenzeuge unter den 22.000 Zuschauern im Haberland-Stadion den Nationalstürmer. Dieser traf zwar schon in ersten Halbzeit zweimal, doch wurden diese Treffer wegen Abseitsstellung von Schiedsrichter Hermann Albrecht (Kaufbeuren) nicht gegeben. Durch seinen regulären zweiten Saisontreffer (60.) egalisierte der Ex-Dresdner das VfL-Führungstor von Sergej Juran (37.) und leitete in den zweiten 45 Minuten die Wende in der Begegnung ein.

Die Bochumer "sind viel stärker als die Schalker gewesen"

"Das war ein unheimlich wichtiger Sieg. Darauf läßt sich aufbauen. Wir haben uns in der Halbzeitpause geschworen, rauszugehen und alles zu versuchen. Wir wollten die letzten Kraftreserven mobilisieren", kommentierte der Bundesliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison, der vor Spielbeginn mit der Torjäger-Kanone ausgezeichnet worden war und sein Team auf die Siegerstraße führte. Die Bochumer "sind viel stärker als die Schalker gewesen", bilanzierte Kirsten.

Dies war in der Tat richtig, denn der Uefa-Cup-Teilnehmer ließ sich selbst von Erik Meijers Treffer zum 2:1 (69.) für Leverkusen nicht schocken. Mirko Dickhaut (82.) schoß in der Schlußphase das 2:2 für die sehr kompakt und spielerisch stark auftretenden Westfalen.

Carsten Ramelow (85.) unterstrich dann seinen Ruf als Bochum-Spezialist in Reihen der Leverkusener und stellte den Erfolg der Gastgeber sicher. Schon in der vergangenen Saison hatte der Ex-Herthaner im Hin- und Rückspiel gegen den VfL getroffen. "Wir haben alles oder nichts gespielt und über den Kampf zum Spiel gefunden", meinte Ramelow. Bochums Trainer Klaus Toppmöller war dagegen untröstlich, daß "wir nach einem so tollen Spiel mit leeren Händen dastehen". Deshalb gab "Toppi" auch die Devise aus: "Schnell vergessen und abhaken. In Leverkusen werden auch noch andere straucheln. Wir müssen unseren Weg der kleinen Schritt fortsetzen." Ralph Durry; Foto: dpa

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Letzte Änderung: 08.08.1997 00:02 von jp