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Leserbrief

SV Werder Bremen - FC Hansa Rostock 1:1 (1:0)

Bremer Geduld mit Dörner bald am Ende

Herzog: "Trainer muß 'was machen" - Rostock verschenkte den Sieg

Bremen (sid) Die Geduld mit Trainer Hans-Jürgen Dörner ist beim SV Werder Bremen bald am Ende. "Dörner-raus"-Rufe gehören im Weserstadion seit Monaten zum Standardprogramm, doch nach dem erneut unbefriedigenden 1:1 (1:0) im Nordderby gegen den FC Hansa Rostock regte sich auch im Team unüberhörbarer Unmut.

"Es gibt schon Möglichkeiten, unser Spiel zu verbessern, aber da muß der Trainer 'was machen", sagte Mittelfeldspieler Andreas Herzog ohne jeglichen österreichischen Charme. Frust auch beim neuen Libero Bernhard Trares: "Unser bisheriges Abschneiden ist ein klarer Fehlstart. Wir haben keinen guten Fußball gespielt, deshalb habe ich auch Verständnis für die Reaktionen der Zuschauer." Der umstrittene Coach selbst betete nach dem Abpfiff die übliche Litanei vom "enttäuschenden Ergebnis" herunter, bezichtigte seine Kicker aber auch des "Angsthasen-Fußballs" und appellierte fast flehentlich: "Vielleicht wird es Zeit, daß die Mannschaft 'mal für den Trainer spielt."

Nervosität und Verkrampfung

In einem durchschnittlichen Nordderby tat sie dies lediglich eine halbe Stunde lang - zu wenig, um 26.600 gereizte Fans auf Dauer zu besänftigen und den Führungstreffer von Arie van Lent (23.) auszubauen. Grün-weiße Nervosität und Verkrampfung hingegen kennzeichneten die zweite Halbzeit, in der die Mecklenburger durch den Polen Slawomir Majak (67.) nicht nur den verdienten Ausgleich erzielten, sondern in der Schlußphase mehrfach den Sieg vergaben.

Werder-Manager Willi Lemke ging zwar wie gewohnt auf die Standardfragen nach der Position des Trainers nicht ein, mußte aber vor dem Heimspiel am Samstag gegen den TSV 1860 München einräumen: "Diese Partie müssen wir unbedingt gewinnen, sonst sieht es ganz schlecht aus." Ähnlich wichtig wäre auch für Hansa Rostock ein Erfolg im Hanseaten-Derby gegen den Hamburger SV, aber anders als der ehemalige Europapokalsieger durften die Schützlinge von Ewald Lienen die Arena mit stolzgeschwellter Brust verlassen. "Das Ergebnis und vor allem die Leistung waren ein Schritt nach vorn und für die Moral sehr wichtig", stellte der Hansa-Coach fest. Und Mittelfeldspieler Sergej Barbarez ergänzte: "Wir haben hier zwei Punkte verschenkt."
Andreas Frank; Foto: AP

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Letzte Änderung: 08.08.1997 00:02 von jp