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Leserbrief

VfL Wolfsburg - Hamburger SV 1:1 (1:1)

Pagelsdorf beklagt Chancenverwertung

Wolfsburg (sid) Und nun zu den Bayern - ungeschlagen. Den designierten "Prügelknaben" der Bundesliga ist der Spaß am Abenteuer-Eliteklasse nach zwei Spieltagen noch keinesfalls vergangen. Im Gegenteil: Nach dem 1:1 (1:1) gegen den Hamburger SV ist der VfL Wolfsburg weiter ungeschlagen, steht in der Tabelle mit vier Punkten auf Platz vier - "Uefa-Cup-Kurs" wie schon scherzhaft Rängen zu hören war - und tritt die Reise zum Deutschen Meister mit einer Mischung aus Selbstvertrauen und Neugier an.

"Mal sehen, was uns da am Samstag erwartet", meinte Trainer Willi Reimann und irgendwie schwingt da etwas mit wie: "Die Bayern werden schon sehen, was sie erwartet." Der 47jährige strahlt volle Zufriedenheit aus, sein Team hat bislang gezeigt, daß es mithalten kann: "Die Mannschaft spielte taktisch hervorragend und hat eindrucksvoll beweisen, daß sie die Klasse halten will." Sie haben Spaß an der neuen Liga - nach diesem Saisonstart allemal. "Nach München wird die Mannschaft ausnahmsweise mit dem Flugzeig anreisen", sagte Manager Peter Pander, der sich nach dem ausverkauften Heimspiel auch gleich über einen Vereinsrekord an Zuschauereinnahmen freuen durfte, 360.000 Mark flossen in die Kassen.

Samstag Familienausflug ins große Olympiastadion

Es ist eben alles ein bißchen kleiner in Wolfsburg, aber der Charme soll erhalten bleiben. "Die Spielfrauen dürfen auch mit nach München", kündigte Pander an. So wird es denn am Samstag ein Familienausflug ins große Olympiastadion. Dann beginnt das Abenteuer Bundesliga erst richtig. Das Ostseestadion in Rostock kannte man schließlich noch aus gemeinsamen Zweitligazeiten, und das VfL-Stadion hat seinen Festungscharakter auch gegen den HSV bewahrt: 27 Spiele in Folge ist man dort jetzt ungeschlagen.

So langsam fühlen sie sich der richtig zugehörig. 30 Minuten lähmte Heimpremieren-Nervosität die Aktionen, eine Phase, als die Hanseaten das Spiel kontrollierten und die 15.300 Fans zum Verstummen brachten. "Da hätten wir unsere Chancen nutzen müssen", meinte Gästecoach Frank Pagelsdorf, "am Ende aber muß ich mit dem einen Punkt zufrieden sein." Denn in der Schlußphase berannten die Gastgeber stürmisch das Hamburger Gehäuse und allein HSV-Keeper Jörg Butt verhinderte den zweiten Sieg des Neulings. Roy Präger (33.) hatte die Wolfsburger nach einem Konter in Führung gebracht, Harald Spörl (45.) glich mit einem direkt verwandelten Freistoß praktisch mit dem Halbzeitpfiff aus. Weitere Treffer blieben aus, weil beide Angriffsreihen im Abschluß schwächelten. "Wir sind intensiv auf der Suche nach einem weiteren Stürmer", sagte der rundum zufriedene Reimann, "in allen anderen Mannschaftsteilen besteht kein Handlungsbedarf mehr." Andreas Hardt; Foto: dpa

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Letzte Änderung: 08.08.1997 00:02 von jp