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Leserbrief

Final-Niederlage für Anke Huber

US Open-Vorbereitung dennoch rundum gelungen - Seles immer besser

Toronto (dpa) - Selten war Anke Huber über eine Final-Niederlage so wenig unglücklich wie über ihr 2:6, 4:6 am Sonntag in Toronto gegen Monica Seles (USA). Nach Spitzenleistungen am Fließband in den vergangenen beiden Turnierwochen in Manhattan Beach und Toronto hätte die US Open-Vorbereitung der Karlsdorferin kaum besser verlaufen können. Die Weltranglisten-Achte sammelte wichtige Spielpraxis und Selbstvertrauen und schraubte nebenbei ihre Jahresbilanz auf 28 Siege bei 16 Niederlagen. "Ich freue mich wirklich auf die US Open. Ich habe viel besseres Tennis gespielt als noch vor zwei Monaten. Diese Form muß ich halten", erklärte Anke Huber, die dank des Preisgelds von 60 000 Dollar erstmals die Drei Millionen Dollar-Grenze (3 007 370) überschritt.

Aufschlagprobleme und Returnschwächen machten es Anke Huber am Sonntag vor 9000 Zuschauern fast unmöglich, im achten Duell gegen die Linkshänderin aus Florida wenigstens erstmals einen Satz zu gewinnen. Fast charakteristisch für den Spielverlauf unterlief Anke Huber ihr achter und letzter Doppelfehler ausgerechnet beim Matchball gegen sich. "Ich hatte viele Chancen, habe aber in den wichtigen Momenten nicht gut gespielt", gab die Deutsche zu. Dafür spielte Monica Seles genau dann immer besonders konzentriert und konsequent. Die ehemalige Weltranglisten-Erste wurde dafür mit ihrem zweiten Turniersieg in Folge, dem 40. ihrer Karriere und dem dritten Erfolg nacheinander bei den kanadischen Meisterschaften belohnt.

Seles: "Anke ist immer gefährlich"

"Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Es war viel knapper, als es das Resultat sagt", meinte Monica Seles, "Anke ist immer gefährlich." Auf jeden Fall scheint Anke Huber nach der eher verkorksten ersten Saisonhälfte wieder die Alte zu sein. Seit ihren Heldentaten im Juli im Fedcup, als sie Deutschland fast im Alleingang vor dem Abstieg gerettet hatte, läuft es wieder. Und das, obwohl ihre Schulter, die sie bereits seit Jahresbeginn plagt, weiterhin schmerzt. "Meine Schulter ist zwar schon besser geworden, aber sie stört mich immer noch ein bißchen", offenbarte sie.

Beim letzten Grand Slam-Turnier dieses Jahres wird sie mit Monica Seles auch im Doppel antreten. Vorher will sie sich aber noch ein paar Tage in New York ausruhen, während die ehemalige Weltranglisten-Erste für das Turnier in dieser Woche in Atlanta gemeldet hat. Foto: Reuter

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Letzte Änderung: 19.08.1997 00:02 von aj