. . . Gold für Langstrecklerin Büchse
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| Hand in Hand ins Ziel: Christian Wandratsch (r.) und der Franzose Stephane Lecat. |
Die Gesamtbilanz des DSV nach dem Wochenende beläuft sich damit auf zwei Gold-, vier Silber- und zwei Bronzemedaillen. In der Nacht zum Sonntag wollte DSV-Präsident Rüdiger Tretow Wasserball-Fachwart Jens-Uwe Hauser zum Rücktritt zwingen, fiel aber laut Männer-Teammanager Peter Kilz um - mit der Konsequenz, daß Kilz selbst und Erika Voß als Managerin der Wasserballerinnen nach der EM zurücktreten werden. "Der DSV-Präsident ist ein wenig entscheidungsfreudiger Mann", umschrieb Kilz die Situation.
Dopingvergangenheit der DDR
Vor Beginn der Schwimmwettbewerbe am Dienstag hat die Dopingvergangenheit der DDR den DSV erneut eingeholt. Dokumente aus dem Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport (FKS) in Leipzig belasten den zur DSV-Delegation in Sevilla zählenden Schwimmtrainer Uwe Neumann. Gegen zehn weitere Coaches des ehemaligen DDR-Vorzeigeklubs SC Dynamo Berlin ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Dopings an Kindern und Jugendlichen. DSV-Chef Tretow, der am Montag wieder in Richtung Heimat flog, lehnte Konsequenzen in Sevilla weiter ab: "Wir werden erst aktiv, wenn Anklage erhoben wird. Keine Suspendierung ohne Anklage. Ein Rückzug von Neumann käme einer Vorverurteilung gleich."
Sechs Medaillen der Wasserspringer
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| Andreas Wels |
Die glänzenden sportlichen Erfolge des DSV-Teams in Andalusien lenkten massiv von der Doping- und Wasserballproblematik ab. Sechs der DSV-Medaillen gehen auf das Konto der Wasserspringer. Sie stellen durch Wels einen Europameister, haben in dem Hallenser sowie Holger Schlepps (Berlin/Einmeterbrett) und Annika Walter (Rostock/Turm) drei Silbermedaillengewinner sowie in Ahrens und Dörte Lindner (ebenfalls Rostock/Einmeterbrett) zwei Bronzemedaillengewinner in ihren Reihen. Vom Dreimeterbrett blieben die Frauen am Sonntag in Sevilla erstmals ohne Medaille, Dörte Lindner (484,14) und Claudia Bockner (Leipzig/476,73) mußten mit Rang fünf und sechs zufrieden sein. Gold ging an die Russin Julia Pachalina.
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| Stefan Ahrens |
Von den Springer-Erfolgen sind die deutschen Wasserballteams weit entfernt, wenngleich sich die DSV-Frauen trotz einer abschließenden 5:7-Niederlage gegen Griechenland als Dritte der Vorrundengruppe A für das Viertelfinale (Dienstag) qualifizierten. Den deutschen Männern, die offen gegen Fachwart Jens-Uwe Hauser revoltieren, drohte nach drei Niederlagen und einem 6:6-Remis am Samstag gegen Griechenland der Absturz in die Bedeutungslosigkeit.
Beharrlich im Amt
Nur ein hoher Sieg am Sonntagabend gegen Bulgarien und eine gleichzeitige hohe Niederlage der Griechen gegen Jugoslawien konnten dem EM-Dritten von Wien, der 1981 und 1989 zweimal Europameister war, noch in das Viertelfinale und damit zur WM nach Perth/Australien im Januar 1998 führen.
Wie zerrissen die Wasserballer intern sind, beweist eine Aussage von Rüdiger Tretow: "Ich habe Herrn Hauser in der Nacht zum Sonntag mitgeteilt, daß er das Vertrauen beider Mannschaften verloren hat." Doch statt Hauser zur Demission zu zwingen, bleibt dieser beharrlich im Amt und findet in Erika Voß und Peter Kilz zwei "Bauernopfer" - gegen den Widerstand der Aktiven. Fotos: AP, dpa
Letzte Änderung: 19.08.1997 00:02 von aj
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