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Leserbrief

. . . Isabell Werth wieder Europameisterin

Für die Niederländer war die Niederlage von Anky van Grunsven nach dem zweiten Platz im Mannschafts-Wettbewerb hinter den Deutschen die zweite Enttäuschung. Die Ausgangsposition vor der Kür ähnelte der bei den Olympischen Spielen vor einem Jahr. Auch in Atlanta lag Isabell Werth mit Gigolo nach Grand Prix, Grand Prix Special und vor der entscheidenden Kür knapp hinter der Niederländerin. Und wieder einmal schaffte die große Kämpferin aus Rheinberg die Wende: Mit 82,59 Punkten erhielt sie die Tageshöchstwertung für ihre Vorstellung unter anderem mit der Musik von "Just a Gigolo" und "My Way".

Sektdusche für Gigolo

Voller Zufriedenheit ballte sie nach dem Ritt vor 15.000 Zuschauern wie schon am Vortag nach dem Grand Prix Special die rechte Faust und schüttete ein ihr serviertes Glas Sekt über Gigolos Kopf. Die als letzte Reiterin gestartete Kür-Weltmeisterin Anky van Grunsven konnte in ihrer Spezialdisziplin nicht mehr kontern und mußte erneut der Konkurrentin den Vortritt lassen. Ihr Auftritt nach Musical-Melodien wurde mit 81,99 Zählern gewertet.

Doch Isabell Werths erneuter Sieg im Zweikampf mit der 29jährigen Niederländerin war längst nicht so glanzvoll wie bei den Auseinandersetzungen in den Jahren zuvor. Nach ihrem für ihre Verhältnisse schwachen Grand Prix am Donnerstag hatte sie am Samstag den Grand Prix Special klar für sich entschieden und den Abstand bis auf 0,38 Prozentpunkte verkürzt.

Note für Bonfire zu niedrig?

Doch zahlreiche Experten hielten die Note für Bonfire im Grand Prix Special viel zu niedrig im Vergleich zu Gigolo. Auch Anky van Grunsven war verärgert: "Ich habe kein Problem damit, daß ich im Grand Prix Special Zweite war. Aber ich bin mit der Punktzahl nicht einverstanden." Vermutungen, die Benotung wäre in einem anderen Land anders ausgefallen, wies der deutsche Richter Heinz Schütte mit Nachdruck zurück.

Eindrucksvolle Siegesserie

Mit dem Titelgewinn in Verden setzte Isabell Werth ihre eindrucksvolle Siegesserie mit dem "Athleten Gigolo" (Werth)fort. Seit 1991 hat sie nun viermal den EM-Titel gewonnen, wurde 1994 Weltmeisterin und Olympiasiegerin 1996. Lediglich bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 mußte sie sich Nicole Uphoff-Becker (Warendorf) mit ihrem fast schon legendären Rembrandt geschlagen geben.

In Verden konnte die Konkurrenz in den Zweikampf Werth/Gigolo - van Grunsven/Bonfire noch nicht eingreifen. Doch daß sich das ändern kann, deuteten Nadine Capellmann-Biffar als Vierte mit dem oft unberechenbaren zwölf Jahre alten Wallach Gracioso an, der sich bei der EM so ruhig wie selten zuvor präsentierte. Auch EM-Debütantin Ulla Salzgeber rechtfertigte als Sechste ihre Nachnominierung mit dem erst neun Jahre alten Rusty. Beide sind ernstzunehmende Paare für die Zukunft. Dagegen ist Karin Rehbeins Donnerhall mit 16 Jahren bereits betagt.

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Letzte Änderung: 19.08.1997 00:02 von aj