IVWPixel Zählpixel
Home
Sport | Ticker | Bundesliga | Formel 1
Leserbrief

  • Nordirland hat WM-Qualifikation abgehakt
  • Notizen zum WM-Qualifikationsspiel

  • WM-Qualifikation in Nordirland:

    Vogts legt Stars die Daumenschrauben an

    "Das Beste ist nicht gut genug" - Klinsmann gelassen - "Erwarte Sieg"

    Belfast (sid) - Vor dem Gastspiel beim Angstgegner legt Berti Vogts seinen Fußball-Millionären die Daumenschrauben an. "Sie müssen alles geben, das Beste ist manchmal nicht gut genug", forderte der Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vor dem WM-Qualifikationsduell am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ/live in der ARD) in Belfast gegen Nordirland unmißverständlich.

    Daß der Europameister nach zuletzt sehr diskreten Vorstellungen in der Ausscheidung zur Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich die seit mehr als 20 Jahren anhaltende Erfolglosigkeit gegen die unbequemen Briten endlich beenden muß, daran läßt der Chefübungsleiter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) keinen Zweifel: "Ich verlange von Nationalspielern mehr als das Nötigste. Es ist der Zeitpunkt gekommen, sie mal wieder zu schlagen. Die Spieler wissen, was ich erwarte: Wir wollen mit einem guten Spiel und einem Sieg in die WM-Saison hineingehen." Das erste von noch vier ausstehenden WM-Qualifikationsspielen des EM-Champions markiert deshalb auch einschneidende Personalveränderungen.

    Schultüte für Lars Ricken

    Symobolcharakter hatte die Schultüte, die Nationalelf-Neuling Lars Ricken von einem Fan zu seiner ersten Einladung zur A-Mannschaft geschenkt bekam. Der 21 Jahre alte Dortmunder ist ein weiterer Vertreter der jungen Generation, der eine Chance von Vogts erhält und den Arrivierten Druck machen soll. Dagegen erhielten Rickens Teamkollege und Weltmeister von 1990, Stefan Reuter (Vogts: "Ich habe ihn in Berlin beobachtet. Ich war mit seiner Leistung nicht zufrieden. Schluß! Aus!"), und der Bremer Europameister Dieter Eilts eine schöpferische Pause - vielleicht sogar für immer.

    "Geheimtraining"

    Damit seine Schützlinge gleich erkennen konnten, daß die Zeiten der "0/8-15"-Vorstellungen und des Minimalisten-Fußballs vorüber sein sollen, nahm Vogts sein Europameister-Team beim "Geheimtraining" nach dem Treffen in Gravenbruch und vor dem Abflug mit der Condor-Sondermaschine DE 9122 am Montag hart ran. "Wir müssen uns taktisch enorm verbessern", weiß der Coach, wo der Hebel anzusetzen ist.

    Die drei "Italiener", Kapitän Jürgen Klinsmann (Sampdoria Genua), Oliver Bierhoff (Udinese Calcio) und Christian Ziege (AC Mailand), die noch ohne Pflichtspielpraxis sind, hinterließen laut Vogts bei der 80minütigen Einheit "einen guten Eindruck". Für den Ex-Bayern-Star Klinsmann hat der Auftritt in Belfast auch weniger was mit der Physis zu tun: "Das ist eine reine Kopf-Frage, man muß nur konzentriert genug ins Spiel gehen."

    Klinsmann will Torflaute beenden

    So werden voraussichtlich in Klinsmann und Ziege zwei der Kicker aus dem Lire-Paradies in der deutschen Anfangsformation im Windsor Park stehen, wobei der Spielführer seinen derzeitigen Status als "Torjäger außer Dienst" ablegen möchte; seit 604 Minuten wartet Klinsmann auf ein Erfolgserlebnis in der Vogts-Truppe. "So eine Torflaute ist etwas normales. Das kommt immer mal vor. Es ist nun an der Zeit, sie zu beenden", sagte Klinsmann.

    Die Qual der Wahl hat der Bundestrainer bei der Besetzung des offensiven Mittelfeldes. Der nach zehnmonatiger Verletzungspause zurückgekehrte Thomas Häßler, Mario Basler, Andreas Möller, Dariusz Wosz und Ricken kämpfen um einen Stammplatz. "Icke Häßler ist für mich persönlich ein wichtiger Bindungsspieler. Wir haben im Laufe der Jahre ein Verständnis aufgebaut, wie ich es früher nur zu Rudi Völler hatte", erklärt Klinsmann hocherfreut, daß der Karlsruher Spielmacher wieder dabei ist. Ob Häßler allerdings schon wieder von Anfang an mitwirken kann, ist fraglich. Vogts: "Thomas weiß selbst, daß er noch nicht wieder hundertprozentig da ist."

    Kreativabteilung Basler/Möller

    So deutet einiges auf das Duo Basler/Möller in der deutschen Kreativabteilung hin. Zuletzt hatte Möller verletzungsbedingt bei den beiden WM-Qualifikationsbegegnungen gegen die Ukraine gefehlt. Sein Zwist mit Dortmunds Trainer Nevio Scala über seine Rolle im Team des Champions-League-Gewinners - der Coach will ihn verstärkt als zweite Spitze bringen, während Möller aus dem Mittelfeld heraus seine Sprintschnelligkeit ausspielen möchte - läßt für Mittwoch einiges erwarten. "Er spielt bei mir auf seiner Lieblingsposition. Ich freue mich auf das Spiel und Andreas Möller", erklärte Vogts süffisant, der prinzipiell allerdings Verständnis für seinen Kollegen Scala aufbringt: "Der Spieler hat sich einzuordnen."

    An den letzten Aufritt im mit 14.500 Zuschauern ausverkauften Windsor Park von Belfast hat Möller ebenso wie Klinsmann allerdings keine so gute Erinnerung. Im WM-Test am 29. Mai 1996 verschoß er beim 1:1 ebenso wie der Kapitän einen Foulelfmeter.

    Die voraussichtliche Mannschaftsaufstellung:

    Köpke - Helmer - Kohler - Babbel, Strunz, Ziege, Heinrich - Basler, Möller - Klinsmann, Kirsten.

    Home
    Sport | Ticker | Bundesliga | Formel 1
    Leserbrief


    Letzte Änderung: 19.08.1997 00:02 von aj