Forscher sprechen von Durchbruch in der Physik:Materie aus Licht gewonnen
Die Entstehung von Energie aus Materie sei ein gängiges Ereignis in der Physik, und die Atomexplosion ihr spektakulärstes Beispiel. Sie erzeuge aus einem bißchen Substanz gewaltige Energien, erläuterte der Sprecher. Den Prozeß umzudrehen, blieb Physikern jedoch bislang versagt.
Grünes Licht eines LasersGewöhnliches Licht war zu schwach. Die Physiker nutzten das grüne Licht eines Lasers mit einer unglaublichen Leistung von 1.000 Milliarden Watt. Dieses Licht "schossen" die Wissenschaftler auf eine Fläche, die kleiner ist als der Punkt am Ende dieses Satzes, weniger als der milliardste Teil eines Quadratzentimeters. Das Licht ließen sie mit Elektronen kollidieren, die im drei Kilometer langen Beschleuniger von SLAC fast Lichtgeschwindigkeit erreichten. Daraufhin entstand extrem energiereiche Gammastrahlung.
FrontalzusammenstoßDiesen frontalen Zusammenstoß eines Lichtteilchens mit einem Elektron verglichen die US-Physiker mit "einem Pingpong-Ball, der auf einen rasenden Lastwagen aufprallt". Der Stoß schleudert das Photon mit unglaublicher Kraft zurück. Dabei kollidiert es mit nachfolgenden Photonen in dem dichten Lichtstrahl und verbindet sich mit ihnen: Das Produkt ist ein Elektron und ein Positron.Tausende solcher Kollisionen erzeugten Melissinos und Kollegen in den vergangenen Monaten. Dennoch gelang es ihnen nur, etwas mehr als 100 Positronen nachzuweisen, wie sie in der September-Ausgabe der Fachzeitung "Physical Review Letters" berichteten. Das Ergebnis könnte außerdem die Entwicklung neuer Teilchenbeschleuniger fördern.
Letzte Änderung: 28.09.1997 00:02 von aj |