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Vom Untergang zur Informationsflut:

Die "Titanic" im Internet

Hamburg (dpa) - Der Untergang der "Titanic" läßt derzeit nicht nur gewaltige Summen in die Kinokassen fließen. Im weltumspannenden Computernetzwerk Internet folgt dem Zusammenstoß des Luxusschiffes mit einem Eisberg die große Informationsflut. Schiffahrtsmuseen bieten ihr Fachwissen über den Ozeandampfer an, Hobbydetektive rätseln über die "wahren" Gründe des Untergangs und Geschäftsleute versuchen sich ihren Teil am Titanic-Boom zu sichern.

Daß die "Titanic" derzeit hoch im Kurs steht, dokumentieren im World Wide Web verschiedene Suchmaschinen. Für ihre Nutzer haben sie die interessantesten "Titanic"-Seiten ausgewählt, stellen sie vor und bewerten diese sogar (http://www.fireball.de). Die Vorauswahl macht durchaus Sinn: Wer lediglich den Begriff "Titanic" sucht, muß sich bei Trefferquoten von bis zu 50 000 Seiten auch noch durch skurrile Angebote wie "Titanic Tits" kämpfen.

Wissenschaftliche Züge

Dabei trägt die Web-Aufarbeitung der Schiffskatastrophe in dem weltumspannenden Computernetzwerk durchaus wissenschaftliche Züge. Gruppierungen mit Namen wie Titanic Internet Historical Association (TIHC) (http://www2.wco.com/ßwseright/media/cyber/tiha.html) oder Titanic Internet Association (TIA) (http://members.aol.com/jono1382/index.html) mit ihren Links zu einer Vielzahl liebevoll gestalteter Seiten, aber auch die "Encyclopaedia Britannica" (http://www.titanic.eb.com/index.html) beweisen dies.

Welche Musik spielte die Band?

Welche Musik spielte die Band? Glaubte Kapitän Edward J. Smith an die "Unsinkbarkeit" seines Schiffs? Was stand auf der Speisekarte (http://members.aol.com/WakkoW5/menu.html)? Kaum eine Frage bleibt unbeantwortet. Auch Passagier- und Crewliste haben ihren Weg ins Netz gefunden (http://www.rmplc.co.uk/eduweb/sites/phind/). Ein graphisch animierter Vergleich mit Wohnmobilen, Flugzeugen und Flugzeugträgern vermittelt einen Eindruck von der Größe der Schiffes.

Mystische Geschichte

Daß die "Titanic" - immerhin liegt deren Unglücksfahrt 85 Jahre zurück - im Internet auch heute noch auf gewaltiges Interesse stößt, läßt sich nicht allein mit dem nun angelaufenen Film erklären. Vielmehr scheint die Auseinandersetzung mit einer mystischen Geschichte - dies hatte der Tod von Prinzessin Diana bereits gezeigt - für viele Internet-Nutzer besonders reizvoll zu sein.

Enkel erzählt die Geschichte seiner Großmutter

Viele Seiten enthalten daher auch persönliche Erinnerungen und Erfahrungen. So erzählt ein Enkel die Geschichte seiner Großmutter, die den Untergang überlebte (http://www.webcom.com/jrudolph/turja/mumma.html).

Kommerzielle Ziele verfolgen andere Anbieter. Der detaillierte Deckplan kann für fünf Dollar ebenso bezogen werden (http://www.oceanliner.com/titanic.htm) wie das Kochbuch "Last dinner on the Titanic". Aber auch vom Meeresgrund geborgene Kohlestücke der Titanic ("Viele Experten glauben, ein Kohlefeuer hätte beim Untergang eine wichtige Rolle gespielt" http://www.majorevents.com) können für 25 Dollar käuflich erworben werden. Das Internet spendet zudem all denen Trost, ich immer gehofft hatten, die Titanic wäre niemals gesunken: Gemächlich gleitet das Schiff immer wieder aufs Neue über den Bildschirm (http://members.aol.com/robkeeton2/TitanicAOL.htm). Von Martin Trautmann

Letzte Änderung: 13.01.1998 18:11 von aj
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