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Soldaten stürmen besetzte Klinik

Thailand: Zehn Rebellen erschossen - Geiseln unverletzt

Ratchaburi/Thailand - Mit einem Sturmangriff ist die Geiselnahme in einer thailändischen Klinik nach 22 Stunden blutig beendet worden. Soldaten und Polizisten erschossen am Dienstag zehn der 16 Rebellen des in Birma lebenden Karen-Volks. Die etwa 450 Geiseln blieben unverletzt, wie ein General der thailändischen Streitkräfte mitteilte.

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Kriegsszenen vor einem Krankenhaus:
Soldaten stürmten die besetzte
Klinik in Ratchaburi.

Sie wurden zu medizinischen Untersuchungen in ein anderes Krankenhaus gebracht. Die Leichen der Rebellen wurden vor dem Krankenhaus in weißen Tüchern aufgebahrt.

Zwei Polizisten verletzt

Sechs Mitglieder des schwer bewaffneten Kommandos, das die Klinik in Ratchaburi am Montag überfallen hatte, ergriffen die Flucht. Nach ihnen werde gefahndet, sagte Generalleutnant Thaweep Suwannasingha. "Wir können nicht zulassen, dass irgendwelche ausländischen Truppen unsere Souveränität verletzen", erklärte der General. "Es war eine erfolgreiche Operation." Auf Seiten der Sicherheitskräfte wurden zwei Polizisten verletzt.

Heftige Schießereien

Etwa eine Stunde vor Beginn des Sturmangriffs hatte die Polizei Journalisten aus der unmittelbaren Umgebung des Gebäudes verwiesen. Dann fuhren Lastwagen und Geländefahrzeuge vor, aus denen Soldaten und Polizisten heraussprangen. Es kam zu heftigen Schießereien und Explosionen. Die Rebellen hatten rund um das Klinikgebäude Granaten und Minen verlegt. Der örtliche Polizeichef Generalleutnant Anant Heamathanong erklärte, alle zehn Rebellen seien im Kampf ums Leben gekommen. Neun Männer seien vor Ort erschossen worden, ein weiterer auf der Flucht.

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Vor dem Krankenhaus aufgebahrt: die getöteten Rebellen.

In Zivil eingedrungen

Nach Angaben eines örtlichen Parlamentsabgeordneten war es Sicherheitskräften in Zivil gelungen, während der Verhandlungen in das Gelände der Klinik einzudringen. Während der Gespräche lehnte es Generalleutnant Thaweep ab, auf die geforderte Bereitstellung eines Hubschraubers einzugehen. Die Geiselnehmer verlangten außerdem, dass Thailand 200 Kämpfern Zuflucht gewährt und die Karen im Grenzgebiet zu Birma nicht mehr beschießt. Außerdem sollten thailändische Ärzte ihre Verwundeten behandeln. Nach Verhandlungen mit der Polizei ließen die Rebellen im Tausch gegen Nahrungsmittel 15 Menschen frei. Ursprünglich waren rund 900 Patienten, Ärzte und Pfleger in der Klinik gewesen; etwa die Hälfte von ihnen konnte im Laufe des Tages aber ins Freie fliehen.

In der vergangenen Woche hatte die birmanische Regierung die Rebellen angegriffen. Etwa 1.000 Menschen versuchten daraufhin, die Grenze nach Thailand zu überqueren, was das thailändische Militär mit Artilleriefeuer verhinderte.

Geiselnehmer gehörten der "Gottesarmee" an

Die Geiselnehmer gehörten einer Guerillagruppe mit der Bezeichnung Gottesarmee an, die für die Unabhängigkeit der Karen von Birma kämpfen. Ihre Mitglieder sind zumeist fundamentalistische Christen, während die Mehrheit der Bevölkerung Birmas Buddhisten sind. Angeführt wird die Gottesarmee von den zwölf Jahre alten Zwillingen Luther und Johnny Htoo, denen ihre Anhänger mythische Kräfte zuschreiben. Bei der Guerillagruppe haben auch fünf studentische Regimegegner Unterschlupf gefunden, die Anfang Oktober vergangenen Jahres die birmanische Botschaft in Bangkok besetzt hielten. Sie erwirkten freien Abzug, nachdem sie ihre Geiseln freigelassen hatten.

Reuters - Fotos: AP, dpa

Geändert am 25. Januar 2000 12:23 von sab
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