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"Fußball ist unser Leben": Ruhrpott-Filmstudie mit Herz

"Schalke, dat is Religion"

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"Schalke is mehr wie Fußball. Schalke, dat is Religion". Wer den Ruhrpott-Streifen "Fußball ist unser Leben" gesehen hat, weiß was mit diesem Satz gemeint ist. Auch der größte Fußball-Muffel muss nach der Milieustudie des Regisseurs Tomy Wigand erkennen, dass zumindest im Ruhrgebiet ein Fußballspiel mehr ist als nur die schönste Nebensache der Welt.

Im Mittelpunkt der sehenswerten Schalke-Saga steht der harte Kern des Fanclubs "Dios Knappen Gelsenkirchen". Hans (Uwe Ochsenknecht), Mike (Ralf Richter), Bernie (Walter Gontermann) und Theo (Michael Sideris) richten ihr Leben nach dem Spielplan der Bundesliga. Da ist es nur logisch, dass Hans von der Geburt seiner Tochter im Parkstadion erfährt und in einer Kneipe sein Haus verwettet, um die Ehre von Schalke 04 zu retten. Durch die Treue zu seinen Club gerät das Leben des liebenswerten Verlierers und seiner Kumpel allerdings vorübergehend außer Kontrolle.

Keller-Lektionen in "Schalker Kampfgeist"

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Schuld an dem Debakel ist der lauffaule und drogensüchtige Schalke-Stürmer Dios (Oscar Ortega Sanchez). Der argentinische Wunderstürmer kümmert sich mehr um Frauen und Alkohol, statt Tore für seinen Verein zu schießen. Nach einer Zechtour entführt Hans den arroganten Fußballstar, um ihm in seinem Keller "Schalker Kampfgeist" beizubringen. Danach überschlagen sich die Ereignisse.

Durch seine bedingungslose Liebe zum Fußball zerstört der arbeitslose Hans sein Familienglück, verkracht sich mit seinen besten Freunden und ist durch seine Eskapaden Schuld am Tod seiner Mutter. Aber getreu dem Fanclub-Motto "Schluss ist erst, wenn der Schiedsrichter abpfeift" entscheidet sich Hans weiteres Schicksal erst bei einem Elfmeter für Schalke in der 90. Minute.

Ochsenknecht mit Oberlippenbart und Ruhrpott-Slang

"Bei dem Film geht es nicht nur um Schalke und Fußball, sondern um die Menschen, die im Ruhrgebiet wohnen", erklärt Uwe Ochsenknecht die Ausrichtung des Streifens. Mit Oberlippenbart, Langhaarperücke und Ruhrpott-Dialekt verkörpert er all die Klischees, die überall über Gelsenkirchen verbreitet sind.

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Mit dem Ruhrgebiet hat der gebürtige Mannheimer seine eigenen Erfahrungen gemacht: "Ich musste mir den Dialekt nicht antrainieren, ich habe schließlich vier Jahre in Bochum gewohnt." Die Beratung durch den Verein und "echte" Schalker-Fans habe ein übriges zur Authentizität des blau-weißen Streifens beigetragen.

Mit dabei: Schalker Promis

Gastauftritte von Schalke-Promis wie Rudi Assauer, Yves Eigenrauch, Charly Neumann und Huub Stevens, dazu Originalaufnahmen von Schalker Heimspielen machen den Film zwar zum Werbeträger für den Traditionsverein, zeugen aber auch von einem Schuss Selbstironie. "Fußball ist unser Leben" ist so konzipiert wie die Typen von denen er handelt: Ehrlich, gradlinig und liebenswert. Bei erklärten Fußball-Gegnern dürfte die Milieustudie alle Vorurteile bestätigen. Aber echte Fans werden sich in ihrer Meinung bestätigt fühlen, dass "König Fußball" am Wochenende im Ruhrgebiet die Welt regiert.

Christoph Meyer, dpa

Geändert am 9. Februar 2000 15:05 von to
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