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Sarahs Vater gesteht EntführungEheprobleme als Motiv - "Sache aus dem Ruder gelaufen"Mainz - Der 24-jährige Vater des mehrere Tage lang verschwundenen Babys Sarah aus Rüsselsheim hat gestanden, die Entführung seiner Tochter selbst arrangiert zu haben. Das Motiv seien Eheprobleme gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Mainz mit. Der Syrer habe angegeben, mit dem Verhalten seiner Frau und ihrem Umgang mit dem Kind nicht klar gekommen zu sein. Er habe zusammen mit seinem Bruder auch erwogen, das Baby bei fehlender "Einsicht" der Mutter nach Syrien zu bringen.
Nach den Geständnissen des Bruders und eines weiteren Helfers ist der Fall nach Ansicht des Leitenden Oberstaatsanwalt Klaus Puderbach aufgeklärt. Den Ermittlungen zufolge hatte der Vater das sechs Monate alte Baby Sarah am 22. Januar seinem 34-jährigen Bruder auf dem Parkplatz eines Mainzer Einkaufsmarkts übergeben. Dieser gab es einem befreundeten 36-jährigen Libanesen weiter. Dessen 21-jährige türkische Ehefrau kümmerte sich um das Kind in einer Wohnung in Völklingen. Fünf Tage nach ihrem Verschwinden wurde Sarah in Dellfeld in der Westpfalz wohlbehalten aufgefunden. Kurz darauf wurden die drei beteiligten Männer festgenommen. "Mit den Nerven down""Der Vater war offenbar mit den Nerven down", erklärte Puderbach. Bei der Unterhaltung mit seinem Bruder sei die beiden Männer gemeinsam auf die Idee gekommen, der 19-jährigen Frau das Kind wegzunehmen, um Druck auf sie auszuüben. Die Frau syrischer Herkunft sei im Gegensatz zu ihrem Mann in Deutschland aufgewachsen. Die unterschiedliche kulturelle Herkunft könne die Unstimmigkeiten mitverursacht haben. Nach der Übergabe des Kindes sei "die Sache aus dem Ruder gelaufen", erklärte Puderbach. Die Frau habe sich nach Angaben des Vaters "anders als erwartet" verhalten. Auf Grund der polizeilichen Fahndung und der hohen Aufmerksamkeit der Presse, hätten die Täter "die Notbremse gezogen" und das Kind zurückgegeben. "Für die Mutter war das Kind weg", betonte der Staatsanwalt. Dass sie etwas geahnt habe, sei aber nicht ganz auszuschließen. UntersuchungshaftNach Puderbachs Angaben wird derzeit gegen alle fünf Beteiligten wegen der Entführung ermittelt. Demnach bleiben der Vater und der Bruder mindestens bis Montag in Untersuchungshaft. Der befreundete Libanese, der das Kind auf dem Parkplatz entgegen nahm, wurde nach seinem Geständnis wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen dessen Ehefrau und die Frau des Bruders werde ebenfalls ermittelt. AP - Archivfoto: AP
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| Geändert am 10. Februar 2000 17:13 von aj | |||||||||