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Feuer in japanischer Atomanlage

Kontrollgebäude in Brand - Tschernobyl-Reaktor abgeschaltet

Tokio/Kiew - Fünf Monate nach dem schwersten Atomunfall in der japanischen Geschichte hat es am Donnerstag im Kontrollgebäude des Reaktors Onagawa einen Brand gegeben. Es habe aber keine Gefahr bestanden, dass Radioaktivität austritt, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Tohoku Electric Power. Im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl wurde der letzte noch aktive Reaktorblcok nach einer Störung vom Netz genommen.

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Der japanische Reaktor, der 250 Kilometer nördlich von Tokio steht, sei zu dem Zeitpunkt des Feuers, das nach einer halben Stunde von selbst erlöschte, wegen Routineüberprüfungen abgeschaltet gewesen, sagte der Sprecher. Die Bewohner der nahe gelegenen Städte Onagawa und Oshika in der Provinz Miyagi kamen demzufolge mit dem Schrecken davon.

Das Feuer entzündete sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Kontrollgebäudes, von dem aus das Atomkraftwerk gesteuert wird. Vermutlich sei das Feuer in einem Raum ausgebrochen, der in einem Bereich liege, für den keine Überwachung auf Radioaktivität vorgeschrieben sei, berichtete die Agentur Kyodo News unter Berufung auf Sprecher des Betreibers.

Der 524 000-Kilowatt-Reaktor ist seit dem 17. Januar wegen einer Routineüberprüfung abgeschaltet. Das Gebäude beherberge einen Monitorraum für den Reaktorbetrieb und sei getrennt vom eigentlichen Reaktor wie auch vom Turbinengebäude, hieß es.

Fünf Monate nach schwerstem Atomunfall

Der neue Zwischenfall ereignete sich knapp fünf Monate nach dem schwersten Atomunfall in der Geschichte des Landes im nördlichen Tokaimura. Bei einem Leck in einer Uran-Verarbeitungsanlage waren Ende September nach offiziellen Angaben mindestens 150 Menschen radioaktiv verstrahlt worden, einer der Arbeiter erlag kürzlich seinen schweren Verletzungen. Die Regierung hatte nach dem Unfall angekündigt, die Sicherheit in allen Atomanlagen zu verstärken. Japan hält trotz des Störfalls an seiner Kernenergiepolitik fest. Atomstrom macht in Japan bereits über 30 Prozent der Energieversorgung aus.

Tschernobyl: Risse an einem Sicherheitsventil

Auch in Tschernobyl versicherte die Betreiberbehörde, bei der neuen Panne sei keine Radioaktivität ausgetreten. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax waren am letzten noch arbeitenden Reaktorblock zum dritten Malö in einem Monat Risse an einem Sicherheitsventil entdeckt worden. Auch ausländische Fachleute meinten, trotz aller Schwierigkeiten gehe von dem modernisierten Druckröhrenreaktor keine akute Gefahr aus. 1986 war ein Block des Kraftwerks explodiert. Es war der bisher schlimmste Unfall in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie.

dpa - Grafik: Reuters

Geändert am 24. Februar 2000 18:22 von aj
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