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Vermisste Johanna ist tot

Eltern identifizieren Leiche der acht-jährigen Tochter

Alsfeld - Nach sieben Monaten bangen Wartens kam am Wochenende für die Eltern grausige Gewissheit: Die acht Jahre alte Johanna Bohnacker ist tot. Die Leiche des wurde vermutlich von Wildschweinen zerstückelt.

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Vermisst seit dem 2. September: Johanna

Etwa 80 bis 100 Meter neben der mittelhessischen Autobahnraststätte Berfa bei Alsfeld rund 100 Kilometer von ihrem Heimatort Ranstadt-Bobenhausen entfernt wurde Johanna entdeckt. Die Eltern identifizierten nach Polizeiangaben die Kleidungsstücke des Kindes. Restlose Gewissheit sollte eine DNA-Analyse bringen.

Seit dem 2. September vermisst

Die Polizei kündigte die Bekanntgabe näherer Einzelheiten an und berichtete zunächst lediglich, Teile der Leiche sowie von Jeans und T-Shirt sowie ein Schuh des Kindes seien am Samstagnachmittag gefunden worden. Die Eltern hätten diese Stücke erkannt. Vermutlich habe der Täter die Leiche in der Nähe der Autobahn Frankfurt-Kassel abgelegt, Wildschweine hätten dann den Körper auseinander gerissen.

Ein Spaziergänger habe den skelettierten Kopf und Kleidungsreste entdeckt und am Samstagnachmittag die Polizei alarmiert, hieß es. Etwa 50 Beamte durchsuchten den Wald im Umkreis von 100 Metern am Sonntag noch immer nach weiteren Stücken. Am Nachmittag wurden Leichenspürhunde aus Nordrhein-Westfalen erwartet, die Polizei rechnete aber damit, nur noch Knochen zu finden.

Belohnung in Höhe von 10.000 Mark ausgesetzt

Johanna wurde seit dem 2. September 1999 vermisst. Sie war seinerzeit vom Spielen nicht mehr nach Hause gekommen. In der Nähe des örtlichen Sportplatzes fanden die Eltern noch am gleichen Abend das Fahrrad ihrer Tochter. Eine Frau wollte beobachtet haben, wie das Mädchen mit einer unbekannten Frau weggegangen sei. Intensiv suchte die Polizei nach einem dunkelbraunen VW-Jetta mit dem Kennzeichen "HG" für Hochtaunuskreis. Doch auch die Überprüfung von 500 Wagen dieser Baureihe erbrachte kein Ergebnis.

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Fundort des vermissten Mädchens

Die Suche mit Hunderten freiwilliger Helfer sowie Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten dauerte damals mehrere Tage. Durchkämmt wurden Wälder mit dichtem Unterholz ebenso wie leer stehende Häuser und das Kanalsystem der Wetteraugemeinde, Polizeitaucher suchten auch in Teichen nach dem Kind. Eine Sonderkommission koordinierte die Ermittlungen und fragte auch viele Bürger nach möglichen Beobachtungen. Für Hinweise setzte die Gießener Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 10.000 Mark aus.

Bislang keine heiße Spur

Nachdem der Fall Anfang Oktober Gegenstand einer Suchmeldung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" war, gab es etwa 30 Hinweise. In ihrer Verzweiflung riefen die Eltern von Johanna Mitte Oktober 1999 zum Spenden auf ein Sonderkonto auf, um die mögliche Belohnung für einen Hinweisgeber deutlich aufstocken zu können. Auch baten sie mit Plakaten die Bevölkerung um Mithilfe. Insgesamt gab es nach Darstellung der Polizei mehr als 1.000 Hinweise sowie 2.000 Vernehmungen und Befragungen, ohne dass sich dabei eine heiße Spur ergeben hätte.

AP

Geändert am 2. April 2000 15:44 von mwege
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