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Cannes: Magnet für Stars und PublikumUnd ewig locken die Palmen
Und ewig locken die Palmen: Zehntausende von Schaulustigen werden bei den 53. Internationalen Filmfestspielen in Cannes vom Mittwoch (10. Mai) bis zum 21. Mai wieder über den Strand- Boulevard La Croisette drängeln. Nur wenige von ihnen dürfen dann abends die rot gedeckten Stufen zum Festivalpalais erklimmen, um einen der 23 Filme im Wettbewerb um die Goldene Palme zu sehen. Das größte Filmfestival wird wieder zum Magneten für Stars und Publikum. Dabei hatte im vergangenen Jahr nach der Preisvergabe für den kleinen belgischen Film "Rosetta" und eine Schar von Laiendarstellern böse Kritik den Abschluss der Festivalparty an der sonnigen C&ocicrc;te d'Azur verhagelt. "Cannes zerstört sich selbst", schrieb Frankreichs Presse. Niemand werde in Zukunft den Auftritt in der Konkurrenz wagen, wenn die Jury derart umstrittene Entscheidungen treffen kann. Hollywood schickt Nick und UmaDer Ärger ist offenbar verflogen: Der amerikanische Regisseur James Ivory ("Was vom Tage übrig blieb") garantiert mit seiner Henry- James-Verfilmung "The Golden Bowl" und den Stars Nick Nolte und Uma Thurman prachtvolles Dekor und eine melodramatische Geschichte. Ungewöhnlich kultig: Exporte aus dem Norden
Der dänische Filmemacher Lars von Trier ("Breaking The Waves") schickt dieses Mal das sicherlich ungewöhnliche Musical "Dancer in The Dark" mit der Kultsängerin Björk und der französischen Diva Catherine Deneuve (Szenenfoto links) in die Konkurrenz. Die Schwedin Liv Ullmann zeigt "Trolösa" (Treulos) nach einem Drehbuch von Ingmar Bergman. Mit der französisch-deutschen Koproduktion "Code Inconnu" wird der provokationsfreudige Österreicher Michael Haneke erwartet. Auch die US-Brüder Joel und Ethan Coen ("O Brother, Where Art Thou?"), Englands filmender Sozialarbeiter Ken Loach ("Bread & Roses") und der japanische Altmeister Nagisa Oshima ("Gohatto") werden mit ihren Beiträgen die Jury unter dem Vorsitz der französischen Regisseurs Luc Besson beschäftigen. Auftakt im Kostüm: "Vatel" mit StarsDer Reigen der Stars beginnt mit dem Eröffnungsfilm "Vatel" von Ronald Joffe. Gerard Depardieu, Uma Thurman, Julian Sands und Tim Roth schlüpfen in dem Drama um einen Meisterkoch am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in prächtige historische Kostüme. Als Ehrengäste werden die Schauspieler Gregory Peck, Sean Penn und Philippe Noiret besonders gewürdigt. Starke Streifen aus dem OstenAuffällig in diesem Jahrgang: Neun Filme - und damit mehr als ein Drittel der Wettbewerbsbeiträge - stammen aus Asien oder dem Nahen und Mittleren Osten. Aus Frankreich und den USA kommen jeweils vier Beiträge, der Rest verteilt sich vor allem auf andere Staaten Europas. "Im Rennen um die Goldene Palme trifft Asien auf Europa", beschreibt der Programmverantwortliche Gilles Jacob die Ausgangslage. "Amerika tritt als Herausforderer auf, Frankreich ist Außenseiter." Deutschland: Endlich wieder vorn dabei
Obwohl auch im Jahr 2000 keine rein deutsche Produktion im Wettbewerb läuft, bewertet die Export-Union des deutschen Films die Auswahl als Erfolg. Vier Werke sind in wichtigen Nebenreihen des Festivals zu sehen: Jan Schütte präsentiert seinen Bert-Brecht-Film "Abschied" in der offiziellen Auswahl "Un certain regard". Hier läuft auch der in Wiesbaden entstandene Streifen "Lost Killers" des Georgiers Dito Tsintsadze. Im Programm "Quinzaine des Réalisateurs" kann das internationale Publikum Hannelore Elsner als "Die Unberührbare" bestaunen (Regie: Oskar Roehler). Nina Hagen spielt in dem Märchen "Vasilia" mit, das in der Sektion für Kinderfilme zu sehen ist. Und an den Erfolg der deutschen Filmhochschüler will der Berliner Michael Schorr anknüpfen: Sein Kurzfilm "Leben 1,2,3" wurde für die Studenten-Konkurrenz "Cinefondation" geladen. Jury: spektakulär und multikultiDie Jury ist wie immer spektakulär und im besten Sinne multikulturell besetzt: Neben dem französischen Regisseur Luc Besson entscheiden unter anderem die indische Autorin Arundhati Roy, die britischen Kinostars Kristin Scott-Thomas und Jeremy Irons, die deutsche Schauspielerin Barbara Sukowa und der amerikanische Oscar- Preisträger Jonathan Demme über die Goldene Palme. Karin Zintz, dpa
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| Geändert am 8. Mai 2000 13:13 von to | |||||||||