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Beim "Bungee" zu Tode gestürzt

Amerikaner beim Sprung aus schweizer Seilbahn verunglückt

Stechelberg/Schweiz - Erneut hat ein Abenteuersportler seine Waghalsigkeit und die Suche nach dem Kitzel immer wilderer Herausforderungen mit dem Leben bezahlen müssen: Ein 22-jähriger Amerikaner stürzte am Samstag im Berner Oberland beim Bungeejumping von einer Seilbahn aus zu Tode. Möglicherweise war das Seil zu lang. Organisiert wurde der Sprung von der Schweizer Firma Adventure World, die im vergangenen Sommer die verhängnisvolle Canyoning-Tour im Saxetbach veranstaltet hatte, bei der 21 Personen ums Leben kamen.

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Das Archivbild vom zeigt einen Bungee- Jumper, der aus einer Seilbahn nahe des Schilthornberges bei Stechelberg in der Schweiz springt. Ein 22- jähriger Amerikaner ist am Samstag bei einem derartigen Sprung mit voller Wucht auf den Boden geprallt.

Der Mann sprang aus einer Höhe von rund 100 Metern an einem Gummiseil aus der Transportseilbahn Stechelberg-Mürren und prallte mit voller Wucht auf den Boden. Eine Touristengruppe mit sechs amerikanischen Staatsangehörigen und einer Koreanerin fuhr gegen 15.00 Uhr mit der Transportseilbahn zum Absprungpunkt, wie die Berner Kantonspolizei und die Schilthornbahn AG mitteilten. Die Gruppe wurde von zwei Mitarbeitern des Veranstalters sowie einer Kabinenführerin begleitet.

Der 22-jährige sprang als erster in die Tiefe und prallte aus vorerst ungeklärten Gründen mit voller Wucht neben dem Parkplatz der Schilthornbahn auf dem Boden auf. Der junge Mann war auf der Stelle tot. Die übrigen Teilnehmer der Gruppe wurden zur Talstation gebracht. Vier Amerikaner wurden zur psychologischen Betreuung ins Krankenhaus gebracht. Zur Identität des tödlich Verunglückten machte die Polizei keine Angaben. Die Behörden leiteten eine Untersuchung ein.

Kein technischer Defekt sichtbar

Offenbar lag dem Unfall kein technischer Defekt zu Grunde. Er habe bei einem Augenschein keinen Defekt feststellen können, sagte ein Sprecher der Schilthornbahn, Peter Feuz, auf Anfrage. Offenbar sei das Gummiseil auch nicht gerissen. Nach Angaben der Polizei waren am frühen Nachmittag bereits Bungeesprünge von der gleichen Bahn aus veranstaltet worden. Zwei Gruppen seien vom Sprungpunkt 180 Meter über dem Boden und eine weitere Gruppe beim Sprungpunkt 100 Meter in die Tiefe gesprungen, ohne dass es zu Zwischenfällen gekommen sei. Ob beim tödlichen Sprung die beiden Seile vertauscht worden waren, stand vorerst nicht fest. Dem Sprecher zufolge wurden beide Seile beschlagnahmt.

Tausende Sprünge ohne Zwischenfall

Die Schilthornbahn AG hat nach eigenen Angaben den Sprungbetrieb aus ihrer Seilbahn an die Firma Adventure World vermietet. Seit 1994 habe es Abertausende von Sprüngen gegeben, ohne dass es auch nur zum geringsten Zwischenfall gekommen sei, sagte Feuz. Die Verantwortung und die Haftung für das Bungeespringen liege allein bei dem Freizeitsportveranstalter. Er bedauerte die Tragödie zutiefst und sprach den Angehörigen des Opfers sein Beileid aus.

Zutiefst betroffen zeigte sich auch die Firma Adventure World. Das Unternehmen stellte nach dem Unfall sämtliche Aktivitäten vorerst ein. Bungeespringen ist seit 1992 im Angebot des Freizeitsportveranstalters. Die Katastrophe im Saxetbach hatte im vergangenen Sommer eine Kontroverse über die Sicherheit bei Trend- und Risikosportarten ausgelöst.

AP - Archivfoto: dpa

Geändert am 14. Mai 2000 14:56 von aj
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