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Unterhaching verärgert über "Luftblase" des SponsorsRückholspektakel um Lothar MatthäusMünchen - Der Trainer schmunzelte, aber der Manager war sauer - das Rückholspektakel um Lothar Matthäus hat bei der SpVgg Unterhaching für Wirbel gesorgt. "Da hat unser Hauptsponsor mal wieder eine Luftblase hoch gehen lassen", kommentierte Trainer Lorenz Köstner den Plan des Münchner Unternehmers und Vereinssponsors Erich Lejeune, den 39-jährigen Rekordnationalspieler für die kommende Saison zum Fußball-Bundesligaclub in die Münchner Provinz zu holen.
Norbert Hartmann dagegen reagierte verärgert auf die als Aprilscherz oder Werbegag anmutende Absicht des Chiphändlers. "Wir haben uns als seriöser Verein einen Namen gemacht, da ist mit solchen Sachen nicht zu scherzen", sagte der Manager und schloss ein Matthäus-Engagement kategorisch aus: "Wir planen keine Verpflichtung." Auf Ibiza, wo sich Mannschaft, Trainer und Manager der Spielvereinigung derzeit einen kurzen Erholungsurlaub gönnen, machte das vorab veröffentliche Lejeune-Interview mit der Illustrierten "Bunte" schnell die Runde. "So etwas wäre für uns mindestens eine Nummer zu groß", sagte Köstner am Dienstag dem hessischen Privatsender "Radio FFH". Hartmann verurteilte gegenüber dpa den Alleingang von Lejeune. "Es geht nicht, dass man ohne interne Absprache mit so etwas in die Öffentlichkeit geht", kritisierte der Manager, "das Gerede um Matthäus entbehrt jeder Grundlage. Bei uns werden Transferentscheidungen vom Verein getroffen, und es gab weder Verhandlungen, noch ist eine Verpflichtung geplant." "Nicht Peanuts, sondern Millionen-Business"Matthäus solle bereits ab Beginn der Bundesligasaison 2000/2001 für die Unterhachinger kicken, sagte Lejeune in dem Interview, und der 146-fache Nationalspieler soll "sofort Feuer und Flamme gewesen sein". Einem "sensationellen Geheimplan" zu Folge will der Unternehmer Matthäus für eine zweistellige Millionensumme holen: "Wir sprechen hier nicht über Peanuts, sondern selbstverständlich von einem Millionen-Business. Lothar muss nur noch unterschreiben." Nach seiner Fußballkarriere soll der gebürtige Franke in den Vorstand der Firma einsteigen und mit Lejeunes Hilfe eigene Firmen im Bereich des Sportmarketings aufbauen. "Äußerst verlockendes" AngebotMatthäus war vor rund zwei Monaten vom FC Bayern München zu den New York MetroStars in die nordamerikanischen Profiliga (MLS) gewechselt. Sein Vertrag läuft bis Jahresende. Ebenfalls in der "Bunten" bezeichnete der Libero, der am Freitag im Olympiastadion sein Abschiedsspiel für den FC Bayern bestreitet, das Angebot als "äußerst verlockend. Lejeune ist ja ein Macher und Visionär. Und ich will unbedingt nach München zurück. Da ich mich momentan noch megafit fühle, möchte ich weiter aktiv im Fußballgeschehen dabei sein." Die Hachinger fanden die Idee ihrer Geldgebers gar nicht lustig, Lejeune dagegen meint es offenbar ernst. Sein persönlicher Referent Julian Gyger bestätigte jedenfalls das Vorhaben. Lejeune, der den letztjährigen Aufsteiger in der abgelaufenen Saison mit vier Millionen Mark unterstützte, habe in der vorigen Woche mit Matthäus telefoniert. Noch in dieser Woche wollen beide in München über einen Wechsel zu Unterhaching verhandeln, so Gyger. dpa - Archivfoto: dpa
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| Geändert am 23. Mai 2000 16:59 von aj | |||||||