IVWPixel Zählpixel [an error occurred while processing this directive] [an error occurred while processing this directive]

Liebeskummer:

Soldat fuhr mit Panzerfahrzeug Amok

"Fuchs" gestohlen - Auto überrollt - Zwei Verletzte

Marburg/Stadtallendorf - Bei einer Amokfahrt mit einem 15 Tonnen schweren Panzerfahrzeug der Bundeswehr hat ein Soldat in Marburg (Mittelhessen) zwei Menschen schwer verletzt. Der 22 Jahre alte Zeitsoldat hatte das 300 PS starke Transportfahrzeug "Fuchs" in der Nacht zum Dienstag von seiner Pioniereinheit in Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) gestohlen. Bei seiner 50 Kilometer langen und zwei Stunden dauernden Fahrt überrollte er ein Auto und verletzte die beiden Insassen schwer, wie Brigadegeneral Gertmann Sude am Dienstag mitteilte. Nach der Festnahme gab er als Grund familiäre Probleme an. "Er war sauer, dass seine Freundin ihn verlassen hat", sagte ein Polizeisprecher.

Anklicken zum Vergrößern
Dieser Pkw wurde von dem Bundeswehr- Transportfahrzeug "Fuchs" überrollt.

Nach ersten Erkenntnissen der Bundeswehr war der Soldat "auf nicht zulässige Art und Weise an die Schlüssel des Fahrzeug gelangt". Der 22-Jährige habe den sechsrädrigen Panzer gestartet, ein Hallentor aufgeschoben und ein Nebentor der Kaserne platt gewalzt. Das Fahrzeug habe keine Waffen gehabt, auch der Panzerpionier sei unbewaffnet gewesen. Da der Soldat in der Einheit diene, sei es für ihn leichter als für einen Außenstehenden gewesen, den "Fuchs" zu entwenden. Der Zustand der beiden 18 und 20 Jahre alten verletzten Männer sei mittlerweile "stabil", sagte Polizeisprecher Jürgen Wendel.

Bei Drive-In vorgefahren

Die Polizei wurde auf die Amokfahrt aufmerksam, als der Soldat mit dem "Fuchs" bei einem Drive-In von Mc Donald's nördlich von Marburg vorfuhr. Ohne die Bestellung in Empfang zu nehmen fuhr er weiter und rammte ein Auto. Unbeirrt raste er in Richtung Marburg und überrollte ein entgegenkommendes Auto. Mit einer "affenartigen Geschwindigkeit" - der Rad-Panzer ist nach Bundeswehrangaben bis zu 80 Stundenkilometer schnell - sei er über die Stadtautobahn durch Marburg gefahren, berichtete die Polizei. Unterwegs rammt der Panzer noch einen so genannten Autobahnteiler. Südlich von Marburg bewegte sich der Panzer in Richtung Niederweimar. "Offensichtlich wollte er dort einen Imponieraufmarsch bei einer Freundin machen", mutmaßt Wendel.

In sicherem Abstand gefolgt

Die Polizei sei dem tonnenschweren Gefährt während der Amokfahrt in einem sicheren Abstand gefolgt. Erst als der Fahrer die Straße verließ und in den Wald fuhr, konnten die Beamten nicht mehr folgen. In dem Waldstück stellte der Soldat den Panzer ab und lief zurück nach Niederweimar. Dort rief er von einer Telefonzelle aus die Polizei und ließ sich festnehmen. Der Schaden beträgt rund 30.000 Mark.

dpa - Foto: dpa

Geändert am 13. Juni 2000 14:08 von aj
Navigations-Seite: RZ-Online auf einen Blick Nachrichten-Überblick Newsticker mit dpa-Kurzmeldungen Aktuelle Wetter-Vorhersage Haitzinger-Karikatur Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage Navigations-Seite: Alles auf einen Blick Zum Anfang dieser Seite und zu weiteren Links Leserbrief schreiben Zur aktuellen Homepage