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Nach dem Ironman in Roth: Sicherheit soll verbessert werden

Zäcks Vorwürfe haben Konsequenzen

Roth - Die Manipulationsvorwürfe von Triathlon-Urgestein Jürgen Zäck am Ironman in Roth haben Konsequenzen: Veranstalter Detlef Kühnel kündigte für die 14. Auflage des prestigeträchtigen Ausdauer-Dreikampfs verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an.

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Erhebt schwere Vorwürfe: Jürgen Zäck.

"Wir werden den Zugang zu den Wechselzonen noch restriktiver handhaben", sagte Kühnel nach der skandalumwitterten 13. Auflage am Sonntag.

Titelverteidiger Zäck hatte bereits nach drei Rad-Kilometern aussteigen müssen - eine Schraube am Sattel war gelockert worden. Wann und von wem konnte nicht nachgewiesen werden. Zäck nahm das Wort Manipulation in den Mund und warf dem Veranstalter mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vor. "Jeder der Teilnehmer konnte an mein Rad. Zu viele Personen hatten Zugang in die Wechselzone", klagte Zäck, der eigentlich seinen sechsten Sieg im "Mekka des Triathlons" hatte feiern wollen.

"Nicht jedes Rad einzäunen"

Kühnel schloss eine Manipulation durch Dritte, also durch Nicht-Athleten, kategorisch aus. Gleichzeitig räumte er ein, dass es eine hundertprozentige Überwachung auch künftig nicht geben könne. "Es gibt keinen Triathlon-Veranstalter auf der Welt, der für jedes Rad einen Security-Ordner hat. Und man kann auch nicht jedes Rad einzäunen", sagte Kühnel, früher selbst aktiver Triathlet. In Roth waren 2.704 Teilnehmer aus 39 Nationen am Start.

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Nicht gerade Jürgen Zäcks Freund:
Gewinner Lothar Leder.

Leder kontra Zäck

Hart ins Gericht mit Zäck ging dessen "Intimfeind" Lothar Leder (Darmstadt), der am Sonntag bei widrigen Bedingungen seinen zweiten Triumph in Roth nach 1996 gefeiert hatte. Der 29 Jahre alte Leder warf dem Koblenzer Zäck Absicht und Vertuschung vor: "Der hat doch am Samstag schon gewusst, dass er aussteigt." Zäcks Behauptungen, jemand habe an dessen Rad herumgeschraubt, seien "völliger Quatsch". Leder: "Jeder stellt sein Rad da rein und geht wieder."

"Zuviel Geld im Spiel"

Doch auch Leder ging mit dem Veranstalter ins Gericht. Der sympathische Hesse, der zuvor die Olympia-Qualifikation knapp verpasst hatte, kritisierte die hohen Prämien in Roth. "Ich finde nicht gut, dass so viel Geld ausgesetzt ist. Wenn viel Geld im Spiel ist, kommen Drogen dazu. Und die haben im Triathlon nichts zu suchen."

Der lukrativste Traithlon weltweit

Leder und die Siegerin bei den Frauen, Heather Fuhr aus Kanada, kassierten je 26.600 Mark. Ein Bonuspreisgeld in Höhe von 150.000 Dollar, umgerechnet 307.500 Mark, war vom Veranstalter außerdem für den ausgelobt, der die 1997 vom Belgier Luc van Lierde aufgestellte Weltbestzeit (7:50:27 Stunden) unterbieten würde. Mit diesen Summen ist der Ironman in Roth der lukrativste Triathlon weltweit.

Am Abend dann hatte sogar Zäck seinen Humor wiedergefunden. Als ihm ein Ordner zunächst den Zugang zur Pressekonferenz wegen eines fehlenden Passes verwehrt hatte, meinte der 34-Jährige grinsend: "Du bist wirklich der beste Ordner. Dich hätten sie ins Radzelt in die Wechselzone stecken sollen." Um auf sein 10.000 Mark teures Rad aufzupassen.

Von Jörg Kottmeier, sid - Fotos:

Geändert am 10. Juli 2000 16:18 von sab
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