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Boxen: Weltmeister Lennox Lewis wirbt um Sympathien

Aussichtsloser Kampf gegen die Fans

London - Auch Boxer brauchen Liebe. Lennox Lewis jedenfalls. Der eingebürgerte Kanadier bemnüht sich seit Jahren um die Zuneigung seiner neuen britischen Landsleute. Aber die mögen ihn ebenso wenig in ihr Herz schließen wie den ebenfalls aus Kanada importierten Tennisspieler Greg Rusedski.

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Sein Lächeln kommt nicht bei allen an:
Die britischen Fans mögen Lennox Lewis nicht.

Jetzt macht der Schwergewichts-Weltmeister am Samstag einen neuen Versuch: In London verteidigt er seine Titel der WBC und IBF gegen Frans Botha, den bulligen Südamerikaner mit US-Pass.

Bruno ist populärer

Lewis führt dabei einen aussichtlosen Schattenkampf gegen Frank Bruno. Der ist bei weitem immer noch der populärste Faustkämpfer in Elizabeths Reich. Trotz zweier klarer Niederlagen gegen Mike Tyson und trotz eines K.o. 1993 - gegen Lennox Lewis. "Wenn der Typ über mich im Fernsehen redet, muss ich lachen", sagt der 34-jährige Lewis: "Er geht mir manchmal ganz schön auf die Nerven."

160 Millionen auf dem Konto

Aber Bruno war ein Typ, ein Clown mit Charisma. Dem verzeiht man auch die erst vor zwei Wochen ausführlich in einer Boulevardzeitung beschriebene Affäre mit einer teuren Teilzeitgespielin. Lewis dagegen trinkt Wein, spielt Schach und residiert wie ein Landadeliger in einem "Cottage" in Hadley Wood. Mit 160 Millionen Mark gehört er zu den reichsten britischen Sportlern und benimmt sich eben so, wie sich ein Kanadier einen feinen Engländer vorstellt.

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Er muss gegen Lewis in
den Ring: Frans Botha aus Südafrika.

Arena nicht ausverkauft

Und so wird es eben nichts mit Lewis und den Fans. Die 12.000 Zuschauer fassende London Arena mitten in den Docklands wird bei Lewis' achter Titelverteidigung am Samstag erhebliche Lücken aufweisen. Außerdem hatte er schon mit seinem ersten Versuch in London Pech. 1994 kassierte er gegen Oliver McCall in der Wembley Arena die einzige Niederlage in 38 Kämpfen. Die englischen Zeitungen fahren den Fight gegen Botha ganz klein. Kein Vergleich mit dem Wahnsinn, als vor zwei Wochen Mike Tyson in Glasgow zum erneuten Ausrasten angetreten war.

Kampf gegen Tyson rückt näher

Genau dieser Tyson soll das finale Wort von Lennox Lewis werden. 23,6 Millionen Dollar soll der Amerikaner für einen Kampf gegen Lewis erhalten, der Champion würde noch mehr verdienen. Im März nächsten Jahres könnte es dazu kommen. Danach sollten zwei Karrieren beendet sein: Tysons durch einen Knockout und die von Lewis, weil er keine Lust mehr hat.

Wladimir Klitschko jedenfalls wird wohl vergeblich auf eine Titelchance gegen den kanadischen Briten warten. Der Europameister boxt in Sachen Eigenwerbung für den US-Markt im Rahmenprogramm gegen den Amerikaner Monte "Two Guns" Barrett, der beim US-Publikum einen guten Namen hat. Im September soll er dann den WBO-Gürtel von Chris Byrd zurückholen, den sein Bruder Witali wegen seiner Schulterverletzung verlor.

Von David Posh, sid - Fotos: AP, dpa

Geändert am 14. Juli 2000 16:27 von sab
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