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Weitere Leiche nach Concorde-Crash

Angebliche Reparaturen vor dem Start - Air France dementiert

Paris/Berlin - Die Zahl der Todesopfer des Concorde-Absturzes hat sich auf 114 erhöht. Die Bergungsmannschaften entdeckten drei Tage nach dem Unglück in der Ruine des zerstörten Hotelgebäudes nahe dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle am Freitag eine weitere Leiche, wie das französische Verkehrsministerium bekannt gab. Weder die Identität noch die Herkunft des Opfers konnten bislang ermittelt werden.

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Ein Teil des Fahrwerks an der Absturzstelle.

Das Feuer an der Unglücks-Concorde ist außerhalb der Triebwerke ausgebrochen. Wie die Experten der Unfall-Untersuchungsstelle (BEA) am Freitag mitteilten, befand sich der Brandherd nicht in den Triebwerken, als das Flugzeug am Dienstag bei Paris startete. Wo der Brand ausgelöst wurde, der schließlich auf beide Triebwerke der linken Seite des Flugzeugs übergriff, konnte jedoch noch nicht festgestellt werden. Beim Start seien aber ein oder zwei der insgesamt vier Reifen am hinteren linken Fahrwerk explodiert, teilte die Experten weiter mit.

Vorfall vor 21 Jahren

Entlang der Startbahn und der kurzen Flugstrecke fanden die Experten zahlreiche kleine Trümmer der linken Flugzeughälfte, darunter auch zerfetzte Reifen und übrige Fahrwerksteile. Innenteile der Triebwerke wurden jedoch nicht entdeckt. Die Erkenntnisse lenkten die Aufmerksamkeit auf einen Vorfall vor 21 Jahren: Im Juni 1979 waren bei einer startenden Concorde in Washington zwei Reifen eines hinteren Fahrwerks geplatzt, wobei Fahrwerkssplitter die Tragfläche durchschlugen, in der sich auch die Kerosintanks befinden. Der Pilot konnte jedoch seinerzeit erfolgreich notlanden. Mit den jetzt vorliegenden Erkenntnissen werden die Vermutungen entkräftet, wonach der Absturz am Dienstag durch einen Schaden oder fehlerhafte Reparaturen im Triebwerk selbst ausgelöst worden sei.

Spekulationen über mehrere Reparaturen

Drei Tage nach dem Absturz der Concorde waren zunächst Spekulationen über mehrere Reparaturen vor dem Start aufgekommen. Mehrere Stunden vor dem Abheben des Überschallflugzeuges am vergangenen Dienstag sei die Pumpe für den Nachbrenner im zweiten linken Triebwerk ausgewechselt worden, berichtete die Zeitung "Le Parisien" am Freitag. Air France dementierte dies und wies den "bedauerlichen Bericht" als falsch und irreführend zurück. Es habe sich um die üblichen täglichen Kontrollen gehandelt.

In dem Triebwerk war kurz vor dem Start der Concorde ein Teil im Bereich der Schubumkehr ausgewechselt worden. Die Zeitung berief sich auf die technische Mannschaft, die für die Maschine von Flug AF 4590 zuständig war. "Die Techniker haben den ganzen Vormittag an dem linken Triebwerk im Bereich des Nachbrenners gearbeitet", schrieb die Zeitung. Die Reparatur im Bereich der Schubumkehr im linken Triebwerk zehn Minuten vor dem Start hatte Air France bereits am Tag nach dem Unglück nahe des Pariser Flughafens Charles de Gaulle bestätigt. Die Auswertungen der "black boxes" wurden am Freitag fortgesetzt.

Ermittlungen bis Ende August

Air France selbst will mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nichts mehr zu den möglichen Ursachen der Katastrophe sagen. Mit einem Abschluss wird Ende August gerechnet. Die französische Fluggesellschaft teilte am Freitag aber mit, dass die Flüge der verbliebenen Concorde-Maschinen "bis zu einer neuen Anordnung" ausgesetzt blieben. Über die Wiederaufnahme des Flugbetriebs werde gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden entschieden.

Nach Angaben der Gendarmerie von Gonesse sind erste empfindliche Teile des Flugzeugwracks in eine Halle auf dem Gelände des Flughafens Le Bourget gebracht worden. Darunter sind Teile des Fahrgestells, der Tragflächen und der Cockpit-Armatur. Das französische Fernsehen berichtete, die ersten Särge mit Opfern der Katastrophe hätten das Gerichtsmedizinische Institut in Paris verlassen.

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Geändert am 28. Juli 2000 15:20 von aj
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