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Weltraumrecht hat viele Löcher

Private Flüge als Problemfall - immer mehr Müll

Köln - Herumschwirrender Weltraum-Müll und private Flüge ins All bergen auch juristische Probleme. "Rechtlich gibt es dabei noch großen Regelungsbedarf", erklären die Rechtsanwälte Philip Makiol und Marietta Benkö. Sie sind Mitarbeiter des bundesweit einzigen Instituts für Luft- und Weltraumrecht an der Universität zu Köln, das die Löcher in den Weltraum-Gesetzen stopfen will.

"Nach dem geltenden Weltraumvertrag muss bei entstehenden Schäden auf jeden Fall der Staat zahlen, der die Startlizenz für Missionen ins All vergibt", erläutert Makiol. "Private kommerzielle Flüge in den Orbit stellen da natürlich ein Problem dar. Denn: soll der Staat für private Flüge haften?"

"In 15 Jahren nur eingeschränkt nutzbar"

Schwer zu lösende Probleme verursache auch der wachsende Müll im All. Die Wissenschaftlerin Benkö sieht große Gefahren: "Wenn die Verschmutzung so weitergeht, ist der Weltraum in zehn bis fünfzehn Jahren von der Erde aus nur noch unter großen Einschränkungen nutzbar." Sie fordert mehr Zusammenarbeit bei der Satelliten-Nutzung, weniger Spielereien im All und eine effektivere Nutzung aller Flüge.

"Friedhofs-Umlaufbahn" als Lösung auf Zeit

Der Müll im Weltraum sei sehr gefährlich. "Die Geschwindigkeiten sind so hoch, dass im All ein Wassertropfen ein Fünf-Mark-Stück durchhauen kann", erläutert Benkö. Da Satelliten und Raumschiffe jedoch sehr leicht gebaut sein müssten, könnten sie gegen größere Bruchstücke nicht ausreichend gepanzert werden. Derzeit würden nicht mehr benötigte Satelliten eine "Friedhofs-Umlaufbahn" geschossen. Dies sei jedoch nur eine Lösung auf Zeit, warnt Benkö.

Den Besitz im All regelt der Weltraumvertrag. "Keiner darf sich demnach Himmelskörper aneignen", sagt Philip Makiol. So seien auch Angebote unseriös, bei denen man Sterne oder Grundstücke auf dem Mond kaufen könne. "Manchmal spürt man bei den Amerikanern noch den alten Wild-West-Geist: doch das All ist gemeinsames Erbe der Menschheit", stellt Makiol klar.

dpa

Geändert am 30. Juli 2000 15:33 von sab
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