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Vorrunden-Aus für deutsche Hockey-Damen

"Arbeit von vier Jahren ist futsch"

Für die deutschen Hockeydamen ist der Traum von einer Olympischen Medaille zu Ende: Die Mannschaft von Bundestrainer Berti Rauth schloss nach dem 2:2 gegen die Niederlande die Vorrunde nur als Gruppenvierter ab.

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Niedergeschlagen: Natascha Keller.

Solche "Niederlagen" gehen gewaltig aufs Gemüt; nicht verloren und dennoch ausgeschieden. Tief enttäuscht schleicht Denise Klecker vom Kunstrasen des Hockey-Stadions, nachdem sie zuvor minutenlang unter der Markiese, die die Auswechselbank überspannt, in sich versunken ausgeharrt hat.

Gutes Ergebnis reicht nicht

"Das ist bitter", sagt sie und ringt ein wenig um Fassung. 2:2 gegen die Niederlande, den Erzrivalen - eigentlich ein gutes Ergebnis - aber zu wenig, um um Medaillen spielen zu können: "Die Arbeit von vier Jahren ist mit diesem Resultat futsch, der riesige Aufwand, den wir dazu noch in den vergangenen zwölf Monaten betrieben haben, war umsonst." Ein Wort, ein Programm: Umsonst. Das Training der Strafecken bis zum Erbrechen umsonst. Die vielen Entbehrungen umsonst. Eigentlich auch das Turnier.

"Eine Welt zusammengebrochen"

Für Klecker, die Abwehrspielerin aus Mainz, ist "eine Welt zusammengebrochen", sie könne das noch gar nicht realisieren. Ein schwerer Rückschlag fürs deutsche Frauen-Hockey, erklärt sie, nicht nur des verpassten Qualifikation fürs nächste Champions-Trophy- Turnier wegen. Den finanziell arg gebeutelten Verband kann es noch ärger treffen. Raus aus der Weltspitze, raus aus dem Interesse des TV, raus aus Begehrlichkeit für Sponsoren.

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Immer wieder Holland...

Holland, immer wieder Holland. Voriges Jahr bei der EM in Köln 1:2 im Finale nach Verlängerung; jetzt das 2:2, das Holland mit Mühe den Weg in die Endrunde ebnet, Deutschland "nur" um die Plätze sieben bis zehn spielen lässt. Oranje wird zum roten Tuch. "Ein Fluch, dieser Gegner", sagt Klecker, "wir sind doch eigentlich eine gute Mannschaft." Wirklich? Holland allein ist es nicht, das die deutsche Auswahl in die olympische Zweitklassigkeit verbannt. Das 1:2 gegen China und das 1:1 gegen Neuseeland wirken nach. "Die Spitze im Hockey wird breiter." China als unbekannte Größe, die "wir nur von Viedos kannten, weil wir so gut wie nie gegen die gespielt haben." Gegen die Chinesinnen hätte alles klar gemacht werden müssen. Zu späte Einsicht.

Bundestrainer steht nicht zur Disposition

Und jetzt? "Aufraffen und das Turnier einigermaßen zu Ende spielen. Das Beste draus machen", sagt Klecker. Wie sie sich in dieser Situation wieder motivieren kann, weiß sie noch nicht. Man müsse sich erst einmal zusammensetzen und über diesen Tiefschlag diskutieren. Frustbewältigung im großen Kreis. Mit Trainer Berthold Rauth? Klecker zuckt die Schultern, natürlich! Keine Frage. Denn laut DHB-Präsident Christoph Wüterich "machen wir es den Fußballern nicht nach. Wir stellen die Frage einfach gar nicht."

Von Volker Held, Rhein-Zeitung - Fotos: AP, dpa

Geändert am 22. September 2000 12:28 von sab
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