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Wien, 21. Dezember 1975

Anschlag auf OPEC-Tagung

Frankfurt/Wien - Am 21. Dezember 1975 stürmt ein aus sechs Personen bestehendes Terror-Kommando kurz vor zwölf Uhr die Konferenz der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) in Wien.

Angeführt werden die Terroristen von dem Venezolaner Ilich Ramirez Sanchez alias "Carlos", der inzwischen in Frankreich wegen eines anderen Verbrechens zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Neben drei Palästinensern gehören die Deutschen Gabriele Kröcher-Tiedemann und Hans-Joachim Klein zu dem Kommando, das bei Widerstand rücksichtslos um sich schießt.

Ihren Kugeln fallen ein österreichischer Kriminalbeamter, ein irakischer Leibwächter und ein libyscher Delegierter zum Opfer. Die Terroristen nahmen etwa 70 Geiseln, darunter elf Ölminister der Opec-Länder, und erzwingen die Verlesung einer anti-israelischen Erklärung im Rundfunk.

Gemeinschaftlicher Mord

Der wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes angeklagte Klein streitet ab, selbst eines der Opfer getötet zu haben. Strittig ist insbesondere der Tod des Irakis Ali Hassan Khafali, der laut Klein von Kröcher-Tiedemann alias "Nada" erschossen worden sein soll. Sie war 1990 in Köln aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden und ist 1995 an Krebs gestorben. Ihr wird auch der Mord an dem österreichischen Polizisten angelastet. Carlos hat hingegen Klein des Mordes an dem Iraki beschuldigt. Der libysche Delegierte wurde nach Zeugenaussagen von Carlos selbst erschossen.

Am folgenden Tag lassen die Terroristen die in Österreich wohnhaften Geiseln frei und besteigen mit den 33 verbliebenen eine bereitgestellte DC-9. Mit an Bord ist auch der angeschossene Klein, der zwischenzeitlich in einem Wiener Krankenhaus behandelt und identifiziert worden war. Er verlässt den Flieger bei einer ersten Zwischenlandung in Algier.

Hier werden auch einige Geiseln freigelassen, am nächsten Zielort Tripolis kamen auch die Ölminister Algeriens und Libyens frei. Erneut landete die DC-9 am 23. Dezember in Algier, wo auch die beiden letzten Geiseln, der saudische und der iranische Ölminister, freigelassen werden, vermutlich gegen Zahlung eines sehr hohen Lösegeldes. Carlos soll nach Kleins Aussagen ursprünglich die Hinrichtung dieser beiden Minister geplant haben. Die Terroristen reisen wenig später unbehelligt nach Libyen aus, ins Land ihres mutmaßlichen Auftraggebers Muammar el Gaddafi.

dpa

Geändert am 17. Oktober 2000 13:44 von aj
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