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Advents
K A L E N D E R

Advent, Advent, ...

...der Vorhang brennt

Brandgefahr zu Hause wird unterschätzt

Marburg - Die alljährlichen Warnungen vor erhöhten Brandrisiken im Advent gehören zu dieser Jahreszeit wie die Geschenktipps oder Weihnachtslieder im Supermarkt: Jeder hört sie, aber kaum einer beachtet sie.

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Damit Ihr Wohnzimmer nicht auch unkontrolliert in Flammen aufgeht, gibt es ein paar einfache Sicherheits-Hinweise

Aber Jahr für Jahr geraten etwa 230.000 Wohnungen in Deutschland in Brand, 600 Menschen sterben in den eigenen vier Wänden an giftigen Rauchgasen oder im Flammeninferno, etwa 10.000 tragen langwierige Verletzungen davon, so die traurige Bilanz des Deutschen Grünen Kreuzes in Marburg.

Wassereimer und Sand

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt - und die einfachsten Sicherheitsvorkehrungen sind offenbar komplett vergessen. Dass schon eine Kerze allein direkt über der Flamme die höllische Hitze von bis zu 750 Grad Celsius entwickelt, ist kaum jemandem bewusst. Da werden immer wieder Kerzen direkt neben stark brennbaren Materialien wie Gardinen, trockenen Ästen von Weihnachtsgestecken oder Bastelarbeiten aufgestellt. Oder Plastikpackungen stehen nur Zentimeter vom heißen Toaster entfernt. "Obwohl die meisten Menschen unterschwellig Angst vor Feuer haben, gehen sie oft leichtsinnig und fahrlässig mit den Gefahren um", warnt Klaus Afflerbach, Sprecher des Grünen Kreuzes.

Alle Jahre wiederkehrende Ratschläge von Experten, für den Notfall im Advent einen Wassereimer, Sand oder den Feuerlöscher in der Wohnzimmerecke parat zu halten, sollten nicht belächelt werden. "Strohtrockene Gestecke und Kränze sind gefährlicher als Christbäume", mahnt Afflerbach zur Vorsicht. Während an die Nadelbäume aus Sicherheitsgründen fast nur noch elektrisches Licht gehängt werde, sei das dekorative Grün immer mit echten Kerzen bestückt. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann auf selbstverlöschende Kerzen ausweichen.

Rauchmelder statt Verlegenheitsgeschenk

Zündeln am offenen Kaminfeuer oder an brennenden Kerzen sollte für Kinder wie für Erwachsene tabu sein. Springen Funken auf Tischdecke, Mobiliar oder Computer über, kann ein Raum innerhalb weniger Minuten lichterloh in Flammen stehen. "Je mehr Kunststoff, Kabel, Klebstoffe und Isomaterial in der Wohnung ist, desto gefährlicher kann es werden", mahnt Afflerbach und betont: "Schon ein Streichholz, das falsch, also zum Körper hin angezündet wird, kann ruck-zuck ein Feuer auslösen." Springe das brennende Schwefelköpfchen in die Kleidung, sei der Mensch kaum mehr zu retten. Eltern sollten kleine Kinder niemals mit brennenden Kerzen allein lassen.

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Besonders tückisch sind schwelende Brände, die erst später zum offenen Feuer werden. Denn dabei entwickeln sich giftige Rauchgase, die einen Menschen im Schnitt nach 13 Minuten bewusstlos werden lassen. Dann erstickt man. "Oft bleiben auch nur ein bis zwei Minuten Zeit, aus der Wohnung hinauszustürmen", warnt Afflerbach. Wer nachts im Schlaf vom "kalten Feuer" überrascht wird, hat kaum eine Chance. In vier von fünf Fällen schaffen die Betroffenen es nicht mehr, sich ins Freie zu retten. 70 Prozent aller Brände mit Toten passieren nachts zwischen 23 und sieben Uhr.

Sicherheit für unter hundert Mark

Weil Schwelbrände durch kaputte Elektroleitungen, überlastete Steckdosen oder überhitzte Netzteile von der menschlichen Nase meist sehr spät entdeckt werden, helfen nur elektronische Frühwarnsysteme gegen die tödliche Gefahr. Doch bislang hat nur ein Bruchteil der Bundesbürger einen Rauchmelder - im Gegensatz zu den Norwegern, Amerikanern oder Briten, wo solche "Spürnasen" vorgeschrieben sind.

Dabei sind die elektronischen Lebensretter schon ab 80 Mark zu haben. Und leicht zu montieren. Sie könne im Ernstfall lautstark Alarm geben und sogar Schlafende aufwecken. Rauchmelder arbeiten batteriebetrieben. Ein Piepston kündigt den fälligen Batteriewechsel an. Das Grüne Kreuz legt Bundesbürgern ans Herz, ihren Haushalt so schnell wie möglich mit einem solchen Lebensretter nachzurüsten - vielleicht schon an Weihnachten. "Wer sich etwas Sinnvolles leisten will, der sollte allerdings nicht im Supermarkt zu Sonderangeboten unter 40 Mark greifen. Für sicherheitsgeprüfte Geräte sollte man um die 80 Mark investieren", rät der Verbandssprecher.

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Weitere Tipps zum vorbeugenden Brandschutz und Verhaltensregeln bei Feuer können beim Deutschen Grünen Kreuz, Schuhmarkt 4 in 35037 Marburg angefordert werden. Die kostenlose Brandschutz-Karte gibt es gegen Einsendung eines mit drei Mark frankierten und adressierten Din-A-5-Rückumschlags. Informationen der Versicherungswirtschaft findet man im Internet unter www.gdv.de/Weihnachten oder www.rauchmelder-lebensretter.de.

Berrit Gräber, AP


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Lyrik in Reimform
Auf Annegrets Nostalgie-Seiten findet sich unter anderem ein wunderschönes Gedicht zur Weihnachtszeit von Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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Letzte Änderung: 17.12.2000 00:01 von mwege
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