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Eishockey: Raimond Hilgers Rückkehr in die DEL:

Es ging rund wie in der Waschmaschine

Nach der Rückkehr aus der siebten Spielklasse in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) musste Raimond Hilger erstmal kräftig Luft holen. "Ich habe mich gefühlt wie in einer Waschmaschine. Es ging unheimlich rund", meinte der 35-Jährige erschöpft, aber zufrieden, nachdem er beim 3:2-Sieg des Tabellenführers München Barons über die Schwenninger Wild Wings sein Comeback in der Eliteklasse nach neun Monaten gefeiert hatte.

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Gerade noch die Kurve gekriegt: Alexander Serikov und die München Barons haben prominente Unterstützung bekommen: Ex-Nationalspieler "Mondi" Hilger schnürt wieder die Schlittschuhe.

Nach dem Ausstieg der Star Bulls Rosenheim aus der DEL im vergangenen Frühjahr und insgesamt 659 Spielen in der höchsten Klasse hatte "Mondi" seine Profikarriere eigentlich beendet. Für Ex-Meister Rosenheim, der in der Bezirksliga neu beginnen musste, schnürte der 115-malige Nationalspieler nur noch "zur Gaudi" die Schlittschuhe. Und widmete sich seinem neuen Hauptberuf: Geschäftsführer der familieneigenen Großmetzgerei.

Vertrag bis Saisonende

Bis Max Fedra anrief. Der Manager des deutschen Meisters München suchte bei zuletzt sieben verletzten Stammspielern händeringend nach einem deutschen, DEL-tauglichen Ersatz. Da erinnerte er sich an Hilger, der mit Hedos München 1994 den deutschen Meistertitel gewonnen hatte. Der Rosenheimer ließ sich überreden und stimmte einem Vertrag bis zum Saisonende zu.

Sonderlob von Trainer Simpson

Die 4.267 Fans in der Olympia-Eishalle bereiteten "Mondi" einen begeisterten Empfang. "Das war phänomenal", sagte der Rückkehrer, der nach eigenem Bekunden noch "zwei, drei Spiele" braucht, um sich wieder an das DEL-Niveau zu gewöhnen. Trainer Sean Simpson lobte den Stürmer schon in den höchsten Tönen: "Er hat sehr gut gespielt, ist überall beliebt in München. Mondi passt prima zu uns, er spielt den gleichen Stil wie die Mannschaft."

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Handrick nahm Revanche

Zum Sieg verhalf den "Baronen" am zweiten Weihnachtstag ein anderer: Jörg Handrick traf 54 Sekunden vor Schluss zum 3:2 und half damit dem Titelverteidiger, seinen Vorsprung vor den Kölner Haien auf neun Punkte auszubauen. Für den 29-maligen Nationalspieler hatte das Tor besondere Bedeutung: Er revanchierte sich damit für die Anfeindungen der Schwenninger Fans. Vor vier Jahren hatte Handrick, damals noch im Trikot des EV Landshut, durch einen unglücklichen Check Grant Martin zum Sportinvaliden gemacht - und ist seitdem das Feindbild des Schwenninger Anhangs.

"Darüber wird noch zu reden sein"

"Das war meine Antwort darauf, dass ich seit vier Jahren übelst beschimpft werde", sagte Handrick, der nach seinem Siegtor provozierend in Jubelpose an der Schwenninger Kurve vorbeilief. Trainer Simpson gefiel diese "Rache" weniger gut: "Das war unsportlich. Darüber wird noch zu reden sein."

Hinter Münchens Verfolger Köln, der beim Spengler-Cup in Davos seinen Titel verteidigt, verbesserte sich Titelaspirant Adler Mannheim durch einen 5:2-Sieg gegen die Frankfurt Lions auf den dritten Tabellenplatz. Auf Rang vier folgen die Nürnberg Ice Tigers, die beim 6:1 gegen den Vorletzten Augsburger Panther keine Mühe hatten.

Von Thomas Lipinski, sid - Fotos: dpa

Geändert am 27. Dezember 2000 15:10 von sab
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