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Tanja tanzt jetzt ohne Eis

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Berlin - Tanja Szewczenko hat ihre Karriere als Eiskunstläuferin beendet und bereits eine neue als Stepptänzerin begonnen. Auf einer Pressekonferenz am Montag in Berlin zog die 23-Jährige den seit einiger Zeit erwarteten Schluss-Strich. "Ich habe lange mit mir gerungen und mich jetzt entschieden. Ich werde nicht mehr an Olympischen Spielen teilnehmen und auch nicht mehr angreifen", erklärte die WM-Dritte von 1994 und EM-Dritte von 1998. Ende Oktober hatte Tanja Szewczenko eine Wettkampfpause für den gesamten vorolympischen Winter angekündigt, seither war das Ende der schillernden Laufbahn auf dem glatten Parkett nur noch eine Frage der Zeit: "Irgendwann streikt der Körper, dann der Kopf. Es hatte keinen Sinn mehr."

Das einstige Glamourgirl der Deutschen Eislauf-Union (DEU) nutzte das Angebot zum Wechsel auf die Tanzbühne als Chance zum endgültigen Absprung und unterschrieb einen zunächst bis Ende Juni befristeten Vertrag beim Stepptanz-Ensemble "Magic of the Dance". "Nach zwei Jahrzehnten auf Kufen fällt der Abschied nicht leicht, aber ich war schon lange nicht mehr so glücklich wie jetzt", sagte Szenwczenko, die bereits seit dem 26. Dezember mit dem Magic-Ensemble durch Deutschland und Europa tourt.

Zwei Jahre mit Verletzungen und Rückschlägen

"Zwei Jahre mit Verletzungen, Niederschlägen und Niederlagen, das tat mir in der Seele weh", erklärte Szewczenko, die 1994 als 16-Jährige mit dem dritten Platz bei den Weltmeisterschaften im japanischen Chiba ihren ersten und zugleich größten Erfolg feierte. Noch einmal gelang ihr bei der EM 1998 in Mailand mit Platz drei der Sprung aufs Treppchen, doch mit der Olympia-Absage in Nagano nahm das Debakel bereits wenige Wochen später seinen Lauf. Ende Dezember hatte ihr Trainer Peter Jonas dann freie Hand bei der finalen Entscheidung zugebilligt. "Ich wollte nicht mehr Partei ergreifen. Sie ist ein erwachsener Mensch, ich muss ihren Wunsch akzeptieren", meinte der Wiener.

Nacktfotos sorgten für Aufsehen

1999 wurde die hochtalentierte, künstlerisch und läuferisch exzellente Tanja Szewczenko, der Kritiker zu viele Auftritte im Scheinwerferlicht und zu wenige Übungsstunden auf dem Eis vorhielten, bei den deutschen Meisterschaften nur noch Zweite, gab bei der EM in Prag auf und verzichtete auf die WM-Teilnahme in Helsinki. Für Schlagzeilen sorgten in jener Zeit nur ihre Nacktfotos im "Playboy".

Bei der DM 2000 in Berlin absolvierte Szewczenko vor fast genau einem Jahr ihren letzten Wettkampf. Nach verpatzter Vorbereitung wurde sie lediglich Dritte, verpasste damit die EM- und WM-Qualifikation und wurde wegen fehlender Ergebnisse aus den Leistungskadern der Deutschen Eislauf-Union (DEU) gestrichen. Jetzt will sich die 23-Jährige ganz auf ihr neues Leben konzentrieren. Nach diversen Nebenrollen im Fernsehen, privatem Schauspielunterricht und dem Tanz-Engagement lockt mittelfristig das Theater. "Es gibt eine Anfrage für 2002", erklärte Szewczenko in Berlin.

Von Michael Kölmel, sid - Foto: dpa

Geändert am 15. Januar 2001 18:04 von sab
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