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Das erstaunliche Revival des C64 im Internet

Die Rückkehr der Brotkiste

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Das waren noch Zeiten: Der C64 von Commodore fand sich in jedem Kinderzimmer, das elektronisch etwas auf sich hielt.

Es war die Zeit, in der Twix noch Raider hieß und "Wetten, dass...?" von Frank Elstner moderiert wurde. Und es war die Zeit, in der das Piratenschiff von Playmobil in vielen deutschen Kinderzimmern eine entscheidende Schlacht verlor. Der Gegner war ein Computer. Ein so genannter Heimcomputer der Firma Commodore: der C64.

Der "Brotkasten", wie er wegen seiner Form liebevoll genannt wurde, ging seit der Markteinführung 1983 bis zum Produktionsende zehn Jahre später fast 22 Millionen Mal über die Ladentheken. Er ist damit der meistverkaufte Heimcomputer aller Zeiten. Spiele wie "Pac-Man" oder "Frogger" wurden zu Pausengesprächen auf den Schulhöfen. Nun ist der C64 wieder da und feiert ein Revival, ein virtuelles: "Das Internet explodiert. Es gibt unzählige private Sites, die sich mit dem 64er beschäftigen und Emulatoren zum Download anbieten", sagt Frank Surholt, stellvertretender Chefredakteur der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift "Computer Bild Spiele".

Server brach zusammen

Emulatoren sind Programme, die die Hardware der jeweiligen Geräte, zum Beispiel eines C64, nachbilden. Jeder einzelne Chip wird durch ein kleines Programm ersetzt. "Der PC täuscht vor, dass er ein C64er wäre", erläutert Sven Döring, Betreiber der privaten Fanseite www.c64-forever.de. Auf dieser Site können auch Emulatoren heruntergeladen werden. Emulatoren wie "Vice" oder "CCS64" liefen nahezu reibungslos. Einzig der Anschluss der Zusatzgeräte wie Joysticks bereite noch Probleme.

Pro Tag surfen mehr als 1 000 Besucher durch Dörings 64er-Welt. Die Partner-Site www.c64games.de brach kürzlich nach einem Fernsehbericht über Spiele-Klassiker zusammen. Döring vermutet den Grund für das C64-Comeback im Auffrischen von Jugenderinnerungen.

Voll leistungsfähig - wenn man Zeit hat

Aus heutiger Sicht war die C64er-Technik mickrig: Während ein Standardrechner über 128 000 Kilobyte (KB) im Arbeitsspeicher verfügt und eine Taktfrequenz von 933 Megahertz (MHz) hat, zwängten sich im "Brotkasten" 64 KB bei einer Taktfrequenz von 0,985 MHz. Trotz spartanischer Ausstattung sind C64-Fans erstaunt, was der Commodore neben den Spielen alles leistete: "Programmieren, Textverarbeitung, Kalkulation, Faxversand und Grafiken - es ist schwierig, etwas zu finden, was der Commodore im Bezug auf den PC nicht kann", erzählt Döring. Die Frage sei nur, wieviel Zeit man ihm lasse.

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Geändert am 29. Januar 2001 17:59 von mwege
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