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zurückblättern  ... "Quälix" muss die Koffer packen

Die Entscheidung wurde noch vor der Mitgliederversammlung der Eintracht am Montagabend im Marriott-Hotel getroffen und traf einen ziemlich überraschten Coach, der auf Grund seines unerbittlich harten Trainings den Spitznamen "Quälix" trug. Der ehemalige Nationalspieler war überzeugt, das Vertrauen des Aufsichtsratsvorsitzenden Steven Jedlicki zu besitzen. "Er ist mein unmittelbarer Vorgesetzter, und ich bin sicher, dass ich sein Vertrauen habe. Aber ich kann natürlich nicht jeden im Umfeld fragen, ob er mir weiter vertraut", sagte Magath der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). nicht mitwirken.

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Da konnte man schon mal ins Frösteln kommen: Felix Magath musste zuletzt sechs Niederlagen in Folge verkraften - das war dem Vorstand zuviel.

Führungsstil umstritten

Allerdings war sein Führungsstil in Frankfurt heftig umstritten. Wiederholt hatte es Unmut aus dem Mannschaftskreis gegeben, weil "Quälix" angeblich zuviel von den Profis verlangt habe. Magaths Replik damals: "Da lache ich mich tot. Die Spieler sollen sich mal in anderen Sportarten umschauen wie im Boxen oder Schwimmen. Sie begreifen es einfach nicht, dass es gut für sie ist. " Jedlicki hatte Magath ebenfalls mehrfach demonstrativ den Rücken gestärkt und auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem zweimaligen Vize-Weltmeister gebaut. "Wir wollen nicht den 22. Trainer in 21 Jahren rauswerfen. Wir wollen vielmehr in Ruhe etwas aufbauen. Und das kann man nur tun, wenn man die Kernmannschaft zusammen lässt", sagte Jedlicki. Am Montag kam es dann doch zur Beurlaubung von Magath, der die Frankfurter in der vergangenen Saison aus fast aussichtsloser Position noch zum Klassenerhalt geführt hatte.

Parallelen zum Berger-Rauswurf

Der Rauswurf von Magath bedeutete die 252. Trainerentlassung seit Bestehen der Bundesliga und die vierte vorzeitige Trennung in der laufenden Saison. Es gab deutliche Parallelen zum Fall Jörg Berger, den Magath im Dezember 1999 beerbt hatte. Berger hatte nach einem 0:6 gegen den Hamburger SV gehen müssen, diesmal erwischte es den Eintracht-Coach nach der deftigen Vorführung durch die Kölner "Geißböcke".

Ausgerechnet Hoffnungsträger Rada patzte

Magath hatte die Situation in der Winterpause offenbar unterschätzt. "Wir haben 20 Punkte, das ist die Hälfte der Strecke. In diesem Jahr spielen wir noch neunmal zu Hause. Wenn wir da so agieren wie in der Hinserie, dann wird es reichen", hatte der Fußball-Lehrer erklärt. Magath setzte außerdem großes Vertrauen in seine Neuverpflichtungen, die er in der Winterpause unter Vertrag nehmen konnte.

In Nationalspieler Karel Rada aus Tschechien (1,5 Millionen Mark) und Tommy Berntsen aus Norwegen (3,0 Millionen Mark) sowie Ersatzkeeper Andreas Menger wurden drei Neue geholt. Allerdings trug der 41-malige Nationalspieler Rada am Samstag mit zwei kapitalen Fehlern maßgeblich zur Pleite gegen Köln bei. Berntsen konnte wegen einer Verletzung im ersten Meisterschaftsspiel des neuen Jahres.

Von Marcel Grzanna, sid - Fotos: AP, dpa, Archiv

Geändert am 29. Januar 2001 16:08 von sab
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