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Hilde Gerg überrascht zum Auftakt der Ski-WM in St. Anton

Tränen nach dem Bronze-Coup

St. Anton - Sie blickte zurück zur Anzeigetafel, schlug die Hände vor's Gesicht und schüttelte immer wieder den Kopf. "Ich glaube es erst, wenn die Medaille um meinen Hals hängt", stammelte Hilde Gerg nach ihrem völlig überraschenden Bronze-Stück im Super-G der alpinen Ski-WM in St. Anton/Österreich und wischte sich die Freudentränen aus den Augen: "Dass es zu einer Medaille reicht, hätte ich mir nie erträumt."

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Kann ihr Glück kaum fassen: Hilde Gerg.

Dann fiel sie Katja Seizinger, Super-G-Weltmeisterin 1993 und heute ARD-Reporterin, um den Hals und fasste das unglaubliche Comeback ein Jahr nach ihrer schweren Verletzung zusammen: "Es war schwer, zurückzukommen, jetzt ist alles nur noch schön. Das Warten im Ziel war schlimmer als das Runterfahren."

Gunst der Stunde genutzt

Einen Platz unter den ersten Fünf hatte sich Hilde Gerg nach den kleinen Weltcup-Erfolgen in Haus (10.) und Cortina (11.) zugetraut, mehr auf keinen Fall. Doch als die Österreicherinnen auf der weichen Piste patzten und Renate Götschl sogar stürzte, nutzte sie entschlossen die Gunst der Stunde.

Großes Risiko im Steilstück

"Ich habe am Start gehört, dass Renate raus ist. Da habe ich mir gedacht: Jetzt hast du eine Chance", verriet die 25-jährige Lenggrieserin später: "Entscheidend war, dass ich mich in den steilen Passagen überwunden habe. Ich habe alles riskiert, Gott sei Dank hat's geklappt." Zwei Jahre nach der WM-Pleite in Vail bescherte sie dem DSV gleich im ersten Rennen die erste Medaille.

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Knapp an Gold vorbei

Keine Spur von Enttäuschung darüber, dass ihr in 1:23,52 Minuten nur acht Hundertstelsekunden zur Goldmedaille fehlten. Die gewann die französische Topfavoritin Regine Cavagnoud (1:23,44), nach drei Weltcup-Erfolgen in Serie die verdiente Siegerin eines spannenden Rennens. Silber ging an Italiens Abfahrts-Königin Isolde Kostner (1:23,49). Petra Haltmayr (Rettenberg) als Elfte und Sybille Brauner (Aising-Pang) als 17. rundeten den deutschen Erfolgstag ab.

Schon 1997 in Sestriere hatte Hilde Gerg WM-Bronze im Super-G gewonnen, 1998 in Nagano krönte sie sich sogar zur Olympiasiegerin im Slalom. Diesmal war alles ganz anders, vor allem kam es völlig unerwartet: "In Nagano habe ich mit einer Medaille gerechnet, diesmal nicht im Traum daran gedacht. Deshalb setze ich diese Medaille mit dem Olympiasieg auf eine Stufe."

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Geändert am 29. Januar 2001 15:05 von sab
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