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Untersuchungsergebnis zur Explosions-Katastrophe:Kein Hauptschuldiger für EnschedeFabrikleitung und Behörden müssen Verantwortung tragenDen Haag - Die Verantwortung für die Explosions-Katastrophe von Enschede tragen nach dem jetzt vorliegenden Untersuchungsbericht die Fabrikleitung und die Behörden von Stadt und Land. Ein Hauptschuldiger wurde jedoch nicht genannt. Bei dem verheerenden Unglück in einer Feuerwerksfabrik waren in der niederländischen Stadt am 13. Mai 2000 22 Menschen ums Leben gekommen. Ein ganzer Ortsteil wurde zerstört. Die in der Fabrik gelagerten Feuerwerkskörper waren nach Feststellung der amtlichen Ermittler verantwortlich für die Detonation. Eine Bombe oder Gas könnten als Auslöser ausgeschlossen werden. Unklar blieb für die Ermittler, wie an dem arbeitsfreien Tag in der Fabrik der Brand entstand, der die Explosion auslöste. Technische Mängel seien ebenso als Ursache denkbar wie etwa eine Selbstentzündung von Explosivmaterial oder Brandstiftung. Ende Januar war ein 33 Jahre alter Mannes festgenommen worden, der verdächtigt wird, mit dem Entstehen des Feuers in Verbindung zu stehen. Viel stärkere ExplosivkraftAuf dem Fabrikgelände mitten in einem Wohngebiet lagerten an dem verhängnisvollen Samstag knapp 180 Tonnen explosives Material. Das waren 40 Tonnen mehr als die Betriebsgenehmigung zuließ, fanden die Ermittler heraus. Entscheidender aber war, dass 90 Prozent der Knaller viel stärkere Explosivkraft hatten als die Etiketten auf den Paketen auswiesen. Wenn wirklich nur das angegebene harmlosere Material vorhanden gewesen wäre, hätte sich nie die Tragödie ereignen können, die ein ganzes Wohngebiet zerstörte, heißt es in dem Bericht. Die praktische Erfahrung hätte den Verantwortlichen sagen müssen, dass man sich nicht auf das verlassen konnte, was die Chinesen als Lieferanten des Feuerwerks auf die Packungen schrieben, meinte Ermittlungschef Marten Oosting bei Vorlage des knapp 2000 Seiten starken Abschlussberichts. Er warf den beiden Chefs zahlreiche Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften vor. "Sie haben ihre Eigenverantwortung für die Sicherheit ihres Betriebs viel zu wenig wahrgenommen", meinte er. "Da können sie sich auch nicht hinter den Behörden verstecken." Stadt soll von Verstößen gewusst habenOostings Kritik an den Vertretern staatlicher Instanzen war nicht minder scharf. Die Stadt Enschede habe von vielen Verstößen der Fabrikleitung gegen Auflagen gewusst, sagte er. Aber statt im Interesse der Sicherheit hart aufzutreten, habe die Gemeinde die Genehmigungen nachträglich immer wieder angepasst. Auch die Kontrolleure von Provinz und Reichsregierung hätten unzulänglich geprüft. Zur künftigen Verbesserung des Überwachungsverfahrens machte die Kommission mehr als 60 Vorschläge. Von Edgar Denter, dpa - Archivfoto: dpa
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| Geändert am 28. Februar 2001 15:59 von aj | ||||