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Ölpest droht vor brasilianischer Küste:

Ölplattform im Atlantik versunken

Rio de Janeiro - Nach fünftägigen verzweifelten Rettungsversuchen ist die weltgrößte Ölplattform am Dienstag vor der brasilianischen Küste im Atlantik versunken. Wie die staatliche Betreibergesellschaft Petrobras am Dienstag in Rio de Janeiro mitteilte, ging die mit 1,5 Millionen Litern Öl beladene Bohrinsel rund 120 Kilometer von den brasilianischen Stränden entfernt unter.

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Tagelang wurde vergeblich versucht Pressluft in die lecken Schwimmtans zu pumpen, um ein Sinken zu verhindern.

Mit dem Untergang der Plattform besteht nun auch keine Hoffnung mehr auf die Bergung von acht bislang noch vermissten Ölarbeitern, die mit dem Stahlkoloss in die Tiefe gerissen wurden. Mehrere Explosionen hatten die Bohrinsel P-36 am Donnerstag stark beschädigt. Nach dem Untergang der droht nun eine Ölpest vor der brasilianischen Küste.

Die Bemühungen des staatlichen Ölunternehmens Petrobras dürften sich nun darauf richten, eine Katastrophe zu verhindern. In Ölleitungen und Tanks im Innern des Bohrinsel-Wracks befinden sich nach Petrobras-Angaben 1,5 Millionen Liter Öl. Zur Verhinderung einer Umweltkatastrophe platzierte Petrobras acht Spezialschiffe und zwei riesige Barrieren in einem Radius von 500 Metern um die Stelle, an der die P-36 versank. Die Schiffe können insgesamt 2,2 Millionen Liter Rohöl aufnehmen. Mit Hilfe von Chemikalien soll auslaufendes Öl gebunden werden, das anschließend nach und nach auf den Meeresgrund absinken soll. Petrobras zufolge besteht "keine Gefahr", dass die gut 120 Kilometer entfernte Küste verschmutzt wird. An der Stelle, wo die P-36 in die Tiefe gerissen wurde, ist der Atlantische Ozean knapp 1400 Meter tief.

Ruckartig weiter abgesackt

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Schwere See hatte die Rettungsversuche der Taucher und Ingenieure zusätzlich erschwert.

Mit Hilfe von in die Schwimmtanks gepumpter Pressluft hatten Petrobras-Techniker mit internationaler Unterstützung tagelang versucht, die Plattform am Untergang zu hindern. In der Nacht zum Dienstag war der 33.000 Tonnen schwere und 120 Meter hohe Stahlkoloss bedrohlich gekippt. Am Morgen mussten die Bergungsteams ihre Arbeiten einstellen, als die Bohrinsel in einer ruckartigen Bewegung weiter absackte. Schwere See hatte die Arbeit Dutzender Taucher, Ingenieure und Techniker zusätzlich erschwert. In 50 Metern Tiefe versuchten Taucher vergeblich, den 100 Meter breiten Koloss zu stabilisieren und die vermissten acht Arbeiter doch noch zu bergen.

Das Unglück dürfte die brasilianischen Hoffnungen zunichte machen, bis zum Jahr 2005 von ausländischen Ölimporten unabhängig zu sein. Die Plattform wurde für mehr als 400 Millionen US-Dollar errichtet und erst im Mai vergangenen Jahres in Betrieb genommen. Petrobras zufolge förderte die Bohrinsel täglich 84.000 Barrel Erdöl und 1,3 Millionen Kubikmeter Erdgas.

Immer wieder in den Schlagzeilen

Umweltkatastrophen und tödliche Arbeitsunfälle haben den brasilianischen Ölmulti Petrobras immer wieder in die Schlagzeilen gebracht. In den vergangenen drei Jahren kamen bei Unfällen insgesamt 81 Ölarbeiter ums Leben. Im Jahr 1984 starben bei einer Explosion auf der Ölplattform Anchova allein 37 Menschen. Im August liefen aus einer Ölpipeline in Südbrasilien vier Millionen Liter Öl aus und lösten eine Umweltkatastrophe aus.

AFP - Fotos: dpa

Geändert am 20. Maerz 2001 16:32 von aj
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