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Die Nase voll vom Internet

Duftende E-Mails und Webseiten sind im Kommen

Genf - Morgens beim Computeranwerfen und E-mail-Lesen eine Brise duftenden Kaffees oder beim Surfen auf der Reisewebseite den Kokosnussduft ferner Karibikexotik in der Nase - daran arbeitet das kalifornische Unternehmen DigiScents mit dem Schweizer Dufthersteller Givaudan. Die beiden wollen zusammen das Internet mit duftenden E-Mails und Webseiten aufmischen.

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Beim Surfen im Internet und Email- Lesen schnuppern: Nötig dazu ist ein kleines Gerät wie dieser Prototyp, das an den PC angeschlossen wird. Sender von Emails und Master von Webseiten lösen durch entsprechende Programmierung beim Öffnen der Post oder der Seite einen Impuls aus, der bestimmte Düfte aus dem Gerät aktiviert.

"Der Duft bringt eine neue Dimension ins Internet: Text, Bild, Ton und eben Duft", sagt Givaudan-Pressesprecher Peter Wullschleger. Nötig ist dazu ein kleines Gerät, das wie der Drucker an den PC angeschlossen werden kann. Sender von E-Mails und Master von Webseiten lösen durch entsprechende Programmierung beim Öffnen der Post oder der Seite einen Impuls aus, der dem Bedufter am Empfängergerät meldet, welche Mischung angesagt ist. Eine Düse sprüht dem Leser am PC das Gewünschte ins Gesicht.

Umsetzung kompliziert

So ist die Idee, doch die Umsetzung ist kompliziert. Givaudan, der weltgrößte Hersteller von Aromastoffen, hat automatische Duftmischer im Einsatz. Die Maschinen sind aber einen Meter lang und mehr als 60 Kilogramm schwer - für den Hausgebrauch des Duftfreundes denkbar ungeeignet. DigiScents arbeitet deshalb an einem kleinen Duftverströmer, der in Lautsprechergröße dezent neben dem PC platziert werden soll. Die komplizierte Technologie des automatischen Duftmischers auf Miniaturformat zu bringen, ist eine Aufgabe, die DigiScents bis Ende dieses Jahres gemeistert haben will.

Rund 40 bis 50 Basisstoffe für eine Seife

Bei Givaudans Maschine öffnen sich Röhrchen mit verschiedenen Riechsubstanzen Computer gesteuert genau nach dem gewünschten Rezept. Ein Gas bläst die verschiedenen Parfumdämpfe zu einem Ventil. Die einzelnen Duftnoten werden gemischt und treten als neue Kreation an einer Öffnung aus. Das traditionsreiche Unternehmen hat unter anderem Düfte wie Opium und BabyDoll von Yves Saint Laurent, Must von Cartier und L'Air du Temps von Nina Ricci kreiert.

Für eine Seife oder ein Duschgel sind rund 40 bis 50 Basisstoffe nötig. Ein Luxusparfum hat bis zu 200. All das wäre für einen Miniaturbedufter zu kompliziert. "Wir gehen aber davon aus, dass man mit 20 bis 40 Basisstoffen im Prinzip alle beliebigen Düfte mischen kann", sagt Wullschleger. DigiScents will die Duftpatronen, mit denen der Nutzer sein Gerät immer wieder füllen muss, Online vertreiben.

Gegrilltes und Geröstetes sehr komplex

Links:

  • Digiscents

  • Givaudan

  • Die ersten Geräte sollen Ende dieses Jahres auf den Markt kommen. Givaudan rechnet nicht damit, dass dabei schon komplizierte Mischungen möglich sind. Viele Düfte können aber schon heute mit einer einzigen Basissubstanz produziert werden: Banane, Gras, Kokosnuss. Die populärsten Düfte sind Schokolade, Vanille, Erdbeer und Pfefferminz. Die komplexesten für die Hersteller sind Gegrilltes und Geröstetes.

    DigeCents schätzt das Marktpotenzial seiner Entwicklung optimistisch auf Hunterttausende. Givaudan hat rund fünf Millionen Franken (gut sechs Millionen Mark) in das erst zwei Jahre alte Unternehmen investiert. Mit dem großen Reibach rechnen die Duftexperten noch lange nicht. "Aber wir glauben, dass es viele Käufer gibt, die das Fun finden. Es gibt vieles auf der Welt, das nicht nötig ist und trotzdem gekauft wird", sagt Wullschleger.

    Von Christiane Oelrich, dpa

    Geändert am 21. Maerz 2001 09:34 von aj
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