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Warten auf den Castor: Steine und WasserwerferDie ersten Scharmützel vor dem "Tag X"Dannenberg - Die einen warfen mit Steinen, die anderen antworteten mit Wasserwerfern: Beim langen Warten auf den Castor- Transport lieferten sich Atomkraftgegner und Polizei in der Nacht zum Mittwoch in Dannenberg erste schärfere Scharmützel - ein Vorgeschmack auf den "Tag X", wie die Anti-Atom-Bewegung den Tag des Straßentransports der sechs Castor-Behälter von der Umladestation Dannenberg ins Zwischenlager Gorleben nennt.
Eigentlich verlief die "Front" zur gleichen Zeit viele Kilometer entfernt. Nachdem der Zug am Dienstagabend den Bahnhof in Lüneburg verlassen hatte, wurde er immer wieder von Atomkraftgegnern aufgehalten. Mal setzten sie sich nur auf die Gleise, mal ketteten sie sich daran fest. Vier Umweltschützer von Robin Wood ließen sich sogar im Gleisbett einbetonieren. Sie daraus wieder zu befreien, stellte die Polizei vor besondere Probleme. Über Stunden stand der Zug auf freier Strecke, was den Beamten, die zum Teil schon seit 24 Stunden im Einsatz waren, allerdings eine willkommene Pause bot. Traktoren versperrten KreuzungenIn Dannenberg, wo die sechs Castor-Behälter mit ihrer hochradioaktiven Fracht vom Zug auf Sattelschlepper umgeladen werden sollen, froren derweil Demonstranten, Polizisten und Journalisten bei Minustemperaturen vor sich hin. Schon am Nachmittag waren viele Atomkraftgegner zu Fuß angepilgert gekommen - mit dem Auto hätten sie ohnehin nicht mehr in die Nähe der Verladestation fahren können, weil Landwirte mit Traktoren mehrere Kreuzungen versperrten. "Wir bleiben das nicht kalkulierbare Restrisiko"Richtig voll wurde es an der Umladestation allerdings erst nach einer Demonstration am Dienstagabend in der Innenstadt, bei der Edelgard Gräfer, die Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, den rund 5000 Teilnehmern zurief: "Wir sagen: Wir geben keine Ruhe. Wir bleiben das nicht kalkulierbare Restrisiko. Wir bleiben der Sand im Getriebe der Atommafia." Das interpretierten einige Demonstranten auf ihre Weise. Kurz darauf kam es zu ersten Rangeleien mit der Polizei.
Polizeiauto in FlammenNahe der Umladestation flogen dann zunächst Worte. Aus hunderten Kehlen bekamen die Beamten ein ums andere Mal einen feindseligen Sprechchor "Haut ab, haut ab" zu hören. Später folgten Leuchtmunition und Steine. An anderer Stelle entzündete eine Leuchtkugel nach Angaben der Polizei sogar einen ihrer Wagen. Schließlich setzte die Polizei Wasserwerfer ein. An die wie eine Festung mit Metallzaun, messerscharfem Stacheldraht und Absperrgittern gesicherte Station kamen die Demonstranten nicht heran. Eine dorthin führende, etwa 500 Meter lange Straße war von der Polizei hermetisch abgeriegelt. Straßentransport gilt als besonders schwierigAn den schärfer werdenden Auseinandersetzungen konnten die Beamten von Polizei und Bundesgrenzschutz erahnen, was sie am eigentlichen "Tag X" erwartet. Das 20 Kilometer lange Straßenstück von der Umladestation Dannenberg ins Zwischenlager Gorleben war schon bei den ersten drei Transporten der schwierigste Abschnitt. Dort war der Widerstand vor allem von militanten Autonomen besonders erbittert. Offen ist derweil noch, wann der "Tag X" sein wird. Die von den Atomkraftgegnern erzwungene Verspätung lässt den Straßentransport an diesem Mittwoch immer unwahrscheinlicher werden. Allein das Umlanden auf die Lastwagen dauert schon zehn Stunden. Und in der Dunkelheit soll der Straßentransport nicht rollen. Von Ulrich Steinkohl, dpa - Fotos: dpa
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| Geändert am 28. Maerz 2001 11:14 von sab | ||||||||||