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Milosevics Kriege:

Zehntausende Tote und Millionen Flüchtlinge

Anklicken zum Vergrößern Nach einem Jahrzehnt der Kriege wird der Diktator selbst angegriffen: Serbische Polizeitruppen stürmen am 31. März 2001 seine Villa in Belgrad.

Hamburg - In den von Slobodan Milosevic ausgelösten Kriegen auf dem Balkan sind von 1991 bis 1999 Zehntausende von Menschen getötet, Tausende verletzt und misshandelt und über drei Millionen ins Flüchtlingselend gestürzt worden.

Nach dem Tod des jugoslawischen Staatspräsidenten Tito 1980 begann des Zerfall des Vielvölkerstaates. Unter Milosevics Kommando versuchte die jugoslawische Armee, die serbische Herrschaft aufrechtzuerhalten. Unabhängigkeitserklärungen von Slowenien und Kroatien stürzten seit Juni 1991 die ganze Region in Kriege, die erst 1999 nach massiven NATO-Angriffen endeten.


Slowenien, Juni 1991: Die jugoslawischen Armee greift das abtrünnige Slowenien an, das jedoch erfolgreich Widerstand leistet. Der Krieg fordert 70 Opfer. Die Armee zieht sich im Juli zurück.

Kroatien, Juli 1991: Um die serbische Minderheit zu "befreien", startet die serbische Armee Angriffe auf Kroatien. Bereits in den Monaten zuvor hatte es dort Anschläge serbischer Freischärler gegeben. Bis zur Entsendung einer 14.000 Mann starken UN-Truppe im Februar 1992 kommen nach unterschiedlichen Angaben 10.000 bis 50.000 Menschen um. Aus der selbst ernannten "Republik Krajina" flüchten 350.000 Serben, die meisten nach Rest-Jugoslawien und Ostslawonien.

Bosnien-Herzegowina, April 1992: Nachdem sich Bosnien-Herzegowina im März für unabhängig erklärt hatte und am 6. April von der EU anerkannt worden war, begannen erste Kämpfe. Sarajevo wird von Serben eingekesselt. Eine internationale Luftbrücke versorgt die Stadt. Im August 1994 greift erstmals die NATO mit Bombardierungen serbischer Stellungen ein, schwere Luftangriffe halten bis August 1995 an. Am 14. Dezember 1995 unterzeichnen die Präsidenten Bosniens, Kroatiens und Serbiens das Dayton-Abkommen, das den Krieg beendet und in dem sich Jugoslawien und Bosnien-Herzegowina gegenseitig anerkennen. Eine internationale Friedenstruppe wird stationiert, an der zum ersten Mal mit rund 4.000 Mann auch Soldaten der deutschen Bundeswehr beteiligt sind. Mit 60.000 Soldaten ist es der bislang größte Einsatz des Bündnisses. Die Zahl der Kriegsopfer wird auf bis zu 60.000 geschätzt, einige Quellen sprechen von bis zu 250.000.

Kosovo, Februar 1998: Die nach der Aufhebung der Autonomie der Provinz Kosovo begonnenen jahrelangen Unruhen münden in riesige Vertreibungsaktionen von Hunderttausenden Albanern und eskalieren zum nächsten Krieg. Am 24. März 1999 greift die NATO mit Kampfflugzeugen jugoslawische Ziele im Kosovo und in Serbien an. Über 35.000 Einsätze werden bis zum 10. Juni geflogen. Dabei werden nicht nur militärische und industrielle Ziele, sondern auch zivile Objekte zerstört. Zudem sterben bei bei den NATO-Angriffen nach serbischen Angaben auch etwa 1500 Zivilisten. Nach Vermittlung der G-8-Staaten und des UN-Sicherheitsrates enden die Kämpfe am 10. Juni. Zwei Tage später rücken unter NATO-Führung die ersten Soldaten der mehr als 50.000 Mann starken internationalen Friedenstruppe KFOR (Kosovo Force) in das Kosovo ein, an der die Bundeswehr mit rund 5.000 Soldaten beteiligt ist. Milosevic behauptet sich dennoch weiter bis zum Oktober 2000 im Präsidentenamt.

Den Haag: Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag klagt Milosevic bereits am 24. Mai 1999 wegen Verbrechen im Kosovo an, insbesondere des Mordes an Hunderten von zivilen Kosovo-Albanern; hinzu kommen gezielte Terrorkampagnen, die zur Massenflucht der Albaner führte sowie die Zerstörung vieler Dörfer. Die Anklage soll noch um weitere Verbrechen im Kosovo sowie in Kroatien und Bosnien erweitert werden.

dpa; Foto: AP

Geändert am 1. April 2001 15:36 von
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