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zurückblättern  ... "Napstern" für guten Zweck

"Es gibt so viele Leute, deren PC eingeschaltet ist, ohne dauernd im Einsatz zu sein", heißt es in Kreisen des Chip-Herstellers Intel, der das Projekt finanziell und mit seinem technischen Know-how unterstützt. "Mit solchen Projekten können diese massiv ungenutzten Ressourcen sehr sinnvoll verwendet werden." Das bislang bekannteste Projekt für ein solches "Distributed Computing", das auf mehrere Computer verteilte Rechnen, ist das SETI(at)home-Projekt zur Erforschung von möglichen Signalen außerirdischen Lebens. Hierfür stellen mehr als zwei Millionen Menschen in aller Welt ihre Computer zur Verfügung, die in Nutzungspausen Radiowellen aus dem All automatisch auswerten und zurücksenden.

250 Millionen Moleküle

Für das Leukämie-Projekt sollen 250 Millionen Moleküle analysiert werden. Der Vergleich von Abweichungen und Unterschieden soll die Mediziner auf die Spur führen, welche Bestandteile der menschlichen DNS einen Einfluss auf die Entstehung dieser Krebserkrankung haben könnten. Mit den zur Verfügung stehenden Rechenzentren wird es den Projekt-Betreibern zufolge etwa drei bis fünf Jahre dauern, bis alle Moleküle analysiert sind. Mit Hilfe des P2P-Projekts erhofft man sich eine Verkürzung der Zeit auf zwei Jahre. Unterstützt wird das Vorhaben neben Intel unter anderem auch von dem Unternehmen United Devices, der Nationalen Krebsforschungsstiftung der USA und der Universität Oxford.

Virtueller Supercomputer mit 50 Teraflops

"Wir hoffen, bis Ende des Jahres sechs Millionen Computernutzer dafür gewinnen zu können", heißt es bei Intel. Damit stünde dann ein virtueller Supercomputer mit einer Rechenleistung von 50 Teraflops zur Verfügung (50 Billionen Berechnungen in der Sekunde) - zum Vergleich: Der derzeit leistungsstärkste Intel-Chip, ein Pentium IV mit 1,5 Gigahertz schafft etwa 4,5 Gigaflops (4,5 Milliarden Berechnungen in der Sekunde). Die Teilnehmer laden aus dem Internet ein kleines Programm herunter, das im Hintergrund auf ihrem Computer läuft und überwacht, ob ungenutzte Ressourcen wie Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und Festplattenkapazität zur Verfügung stehen. Ist dies der Fall, werden Pakete von jeweils 100 Eiweiß-Molekülen über das Internet auf den Teilnehmer-PC geschickt und dort analysiert. Die Ergebnisse werden dann auf dem gleichen Weg wieder zurückgeschickt.

Weitere Vorhaben zu Prostatakrebs und BSE

Links

  • United Devices

  • Info-Seite bei Intel

  • Das "Distributed Computing" ist neben dem Datenaustausch (File Sharing) in Netzen wie Napster oder Gnutella eine der meist versprechenden P2P-Techniken. Bei Intel wird dies etwa in der Entwicklung von Prozessoren und Platinen eingesetzt - hierfür sind über die Forschungslabors des Unternehmens in Arizona rund 10.000 Computer zusammengeschlossen, die jeden Monat 2,7 Millionen Arbeitsvorgänge abgewickelt haben. Dies hat dem Unternehmen nach eigenen Angaben in einem Jahr Kosten von 500 Millionen Dollar eingespart.

    An dem Leukämie-Projekt sind auch Forschungsinstitute aus Italien, Spanien und Portugal beteiligt. Intel will auch mit deutschen Instituten in Kontakt treten, um sie für neue Aufgabenstellungen zu gewinnen. Die nächsten Vorhaben für das "Philanthropische Peer to Peer" sind schon in Planung - hierbei soll es um die Erforschung von Prostatakrebs und die Rinderseuche BSE gehen.

    AP - Foto: Archiv

    Geändert am 3. April 2001 10:57 von aj
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