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Mac OS X: Eine neue Ära für Apple-Nutzer

Unix und Macintosh feiern Hochzeit

In der zehnten Generation hat der Mac seine Traumfrau gefunden: Die Unix-Plattform ist im Mac OS X eine innige Verbindung mit der Benutzeroberfläche für den Apple-Computer eingegangen. Ein paar kleine Hochzeitsgeschenke gab es sogar vom ewigen Kontrahenten Windows.

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Screenshot von Apple"s neuem Betiebssystem Mac OS X (gesprochen zehn), das die Einfachkeit des Mac OS mit der Zuverlässigkeit eines Unix-Systems verheiraten soll.

Wer als Apple-Nutzer jetzt auf das neue System umsteigt, wird sich über eine deutlich höhere Stabilität und eine erfrischend neue Optik freuen. An manchen Stellen aber hakt es noch, so dass ein Update vom bisherigen Mac OS 9.1 gut überlegt sein will.

Als "fortschrittlichstes Betriebssystem der Welt" preist Apple die neue Software-Basis für seine Rechner an. Es soll "die Kraft und Stabilität von Unix mit der legendären Einfachheit und Eleganz des Macintoshs" kombinieren. Rund sechs Jahre lang bemühte sich Apple um eine Grunderneuerung seines Betriebssystems; die ursprünglichen Projekte wie "Copland" und "Rhapsody" sind längst ad acta gelegt. Jetzt baut das neue Mac OS (Operating System) auf einem veritablen Unix-Kern auf und gehört damit der gleichen großen Familie an wie Linux oder die Server-Systeme von Sun, IBM und Hewlett-Packard.

Darwin managed die Speicher

Bei Apple trägt der Unix-Kern den Namen Darwin. Er sorgt für die Mehrbenutzerverwaltung, wie man sie auch von Linux oder Windows 2000 kennt, für die gleichzeitige Abwicklung von Software-Aufgaben ("Präemptives Multitasking") und für ein intelligentes Speichermanagement: Die Mac-Programme bekommen den ihnen zustehenden Speicher jetzt nicht mehr vom Nutzer zugewiesen, sondern aufgrund einer automatischen Zuteilung durch das System.

Wegen der von Grund auf erneuerten Systemarchitektur laufen die bisherigen Programme nicht mehr unter Mac OS X - sie können aber in einer eigenen Umgebung weiter genutzt werden. Diese wird als "Classic" bezeichnet und stellt gewissermaßen ein eingebautes Mac OS 9.1 dar. Das Kommando behält aber allein Mac OS X - und führt dieses mitunter recht rigide. So scheitert der in Mac OS 9.1 integrierte DVD-Player am neuen System, weil dieses die vom Player benötigten Direktzugriffe auf die Hardware verbietet. Das neue System aber hat noch keinen eigenen DVD-Player, so dass sich die Filmfreunde zunächst mit Quicktime-Videos zufrieden geben müssen.

Wie bei Linux "gemountet"

Das dem System zugrunde liegende Unix bekommt der Mac-Anwender kaum zu sehen. Wer sich ein bisschen mit Unix auskennt, kann aber das Programm "Terminal" starten und in diesem Fenster munter Unix-Befehle auf der Kommandozeile eingeben. Mit dem Befehl "df" etwa werden die Dateiträger angezeigt - und siehe da, sie sind sogar wie bei Linux "gemounted", in das Filesystem eingehängt.

Davon aber bekommt man ansonsten kaum etwas mit - Mac OS X will gerade auch dem Einsteiger in die Computerwelt das Leben mit der Maschine etwas einfacher machen. Dazu gehört eine geradlinige Oberfläche, die mit den bisherigen Ungereimtheiten der Apple-Welt aufräumt. So sind etwa die zahllosen "Kontrollfelder" verschwunden, in denen unterschiedliche Einstellungen wie etwa die Bildschirmdarstellung festgelegt wurden. Jetzt sind all diese Konfigurationen ähnlich wie bei Windows in einem eigenen Bereich, den Systemeinstellungen, vereint.

Eine weitere Windows-Anleihe stellt das "Dock" dar - eine Art Taskleiste mit dem direkten Zugriff auf häufig benötigte Programme und Funktionen. Wird ein Element des Docks angeklickt, entfaltet es sich von dort aus zu einem Fenster - und entschwindet auf die gleiche animierte Weise auch wieder, wenn das Fenster geschlossen wird. Beim Start eines beliebigen Programms taucht sein Symbol neu im Dock auf und springt dort erst einmal fröhlich auf und nieder. Kleine schwarze Dreiecke unter den Dock-Symbolen kennzeichnen die noch laufenden Prozesse.

Bunte Tropfen auf den Apple-Fenstern

In der Titelleiste der Fenster haben die Symbole für das Schließen oder Verkleinern die Gestalt bunter Farbtropfen angenommen. Überhaupt steht das graphische Design der Oberfläche ganz im Zeichen des Themas Wasser und trägt denn auch nicht zufällig den Namen "Aqua". Weil im Ozean der neuen Mac-Welt keine Papierkörbe schwimmen, ist dieses Wahrzeichen der Mac-Oberfläche jetzt im Dock untergebracht. Auch hier kommen kleine Details dem Anfänger entgegen: Niemand muss jetzt mehr Angst haben, dass die CD verschwindet, wenn man ihr Symbol auf den Papierkorb zieht. In dieser Situation ändert sich das Papierkorb-Symbol und zeigt an, dass der Datenträger lediglich aus dem Laufwerk ausgeworfen wird.

Besonders nützlich ist die ins Betriebssystem integrierte Funktion, Web-Seiten ins PDF-Format umzuwandeln - mit diesem "Portable Document Format" der Software-Firma Adobe steht dem Apple-Nutzer ein Allround-Format zur Verfügung, um Dokumente in ihrem eigenen Layout einschließlich Bilder als einheitliche Datei zu behandeln und diese auch an Nutzer in der Windows-Welt zu schicken.

Hohe Hardware-Voraussetzungen

Die größten Hürden für den Einstieg in Mac OS X sind die hohen Hardware-Voraussetzungen. Für das neue System kommen nur Apple-Rechner mit G3- oder G4-Prozessor in Frage; auf älteren Computern ist ein Update ebensowenig möglich wie auf dem ersten G3-Powerbook. Aber schon beim Arbeitsspeicher können betagtere Apple-Rechner nicht mehr mithalten. Die unterste RAM-Schwelle für Mac OS X liegt bei 128 MB.

Der Erfolg für das viel versprechende System hängt wohl entscheidend davon ab, dass es von den großen Software-Firmen ebenso wie von den vielen kleinen Entwicklern unterstützt wird. Zum Start von Mac OS X gibt es etwa 500 eigens dafür entwickelte Programme - sowie rund 15.000, die laut Apple in der alten Classic-Umgebung laufen sollen. Für Herbst kündigt Microsoft eine Version seines Office-Pakets für das neue Mac-System an. Damit künftig noch mehr Anwendungen im Mac OS X zuhause sind, liegt dem Paket eine zusätzliche CD-ROM bei, die spezielle Werkzeuge für Programmierer enthalten.

AP

Geändert am 3. April 2001 11:32 von aj
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