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Do 05.04.2001
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zurückblättern  ... Dr. Weh und Dr. Pein - Aussagekraft von Namen

"Und der Psychotherapeut Fasel wird sicherlich kaum faseln." Das Verb sei noch viel zu jung, um als Grundlage für einen Familiennamen gedient zu haben. Auch Dr. Fasel weiß, dass Faseln nicht in die Namensgebung hinein spielte, und kennt den Ursprung seines Familiennames: Er kennzeichnete den Besitzer eines in der Dorfgemeinschaft bedeutsamen Zuchttieres (vasel). Also ein indirekter Berufsname, erklärt Naumann.

Nur gelegentlich wird der Würzburger Arzt Fasel auf seinen Zunamen angesprochen. Oft humorvoll, manchmal aber auch mit zynischem Unterton, sagt er. Auch die Praxis Pein berichtet von gelegentlichen Scherzen über den Namen ihres Chefs. Dr. Weh mag dazu nichts sagen. Bei Frau Dr. Lieb, der Kinderärztin um die Ecke, dagegen kommen erst gar keine Bemerkungen, wie die Würzburger Praxis verrät. Die Patienten scheinen vollauf zufrieden zu sein mit dem Namen, kann er doch tatsächlich "lieb" bedeuten.

Der kleine Groß und die glatthaarige Krause

Bis zum Hochmittelalter habe im germanisch-altdeutschen Bereich jeder nur einen Namen gehabt, erklärt Naumann die Entwicklung der Personenbenennung. Nur sozial Höhergestellte erhielten schon Beinamen, wie Heinrich der Löwe oder Karl der Große. Die neuen sozialen Verhältnisse bei der Entwicklung der Stadt hätten dann dazu geführt, dass solche Beinamen gebräuchlich wurden. "Es konnte an alte Personennamen angeknüpft werden - Albrecht (Sohn des) Friedrich, es konnte die Herkunft Eingang finden - Albrecht (aus) Braunschweig", sagt Naumann. "Es konnte vom Beruf ausgegangen werden - Albrecht (der) Schmied, es konnte ein besonderes Merkmal des ersten Namensträgers ausgewählt werden - Albrecht (der) Große. Vom 12./13. Jahrhundert an wurde dieser Beiname immer mehr zum festen zweiten Bestandteil."

Schon in der zweiten Generation konnte die Zuordnung jedoch schon völlig überholt sein. Vielleicht hatte der Sohn von Schmied Albrecht einen völlig anderen Beruf. Oder der zweite Spross der Familie Groß war klein, die Tochter von Strubbelkopf Krause hatte möglicherweise Schnittlauchlocken.

Eigentümliche Assoziationen

Gerade bei scheinbar durchsichtigen Namen sei es im Lauf der Zeit dann zu eigentümlichen Assoziationen gekommen, meint Naumann: "wenn also Gastwirte Dünnebier, Bäcker Sauerbrot, Sparsbrot, Leistungssportler Hohlbein, Schmalfuß, Meteorologen Kiese- oder Brausewetter heißen, ein Greis Jungbluth oder Kind, eine Frau Knabe oder Junge - oder Ärzte Glück, Pein oder Weh."

AP

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Zuletzt geändert am 5. April 2001 11:07 von aj

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