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Do 12.04.2001
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zurückblättern  ... Südafrika nach Sporttragödie unter Schock

In einer ersten Reaktion kündigte Sportminister Ngconde Balfour am Donnerstag die Einsetzung einer Untersuchungskommission durch Präsident Thabo Mbeki an. Ferner soll ein Opferfonds eingerichtet werden, in den sowohl die Stadion-Verwaltung als auch die beiden beteiligten Clubs einzahlen. Alle Topliga-Spiele am Wochenende wurden abgesagt. Balfour erklärte nach einer Dringlichkeitssitzung, er hoffe, dass von der Katastrophe eine klare Botschaft ausgehe: "So etwas darf nie wieder passieren."

In Südafrikas Öffentlichkeit wurden inzwischen kritische Stimmen laut, die den Organisatoren des sportlichen Top-Ereignisses Fehlplanung vorhielten. Die Kritik betraf sowohl die Zahl der verkauften Eintrittskarten als auch den Termin mitten in der Woche und den Austragungsort. Erste Untersuchungen ergaben, dass für das 62.000 Sitzplätze fassende Ellis Park Stadion insgesamt mehr als 75.000 Karten verkauft wurden.

Frust entlud sich in Gewalt

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Ein Opfer wird per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Mit rund 46.000 wurden die meisten davon traditionsgemäß am Abend selbst gekauft. Dennoch standen viele Fans, die teilweise von weither angereist waren, am Mittwoch enttäuscht vor geschlossenen Toren. Ihr Frust entlud sich in Gewalt, als sie Tor vier des Stadions stürmten.

Während Augenzeugen immer wieder auf die unzureichende Polizeipräsenz hinwiesen, lobte Polizeipräsident Sharma Maharj die Rolle seiner Beamten mit den Worten: Die Polizei war wegen der Verbrechens-Vorbeugung vor Ort ... und hatte nichts mit den Vorgängen innerhalb des Stadions zu tun. Ich bin zufrieden mit der Arbeit der Polizei". Insgesamt waren während der Spitzenbegegnung zwischen den Kaizer Chiefs und den Orlando Pirates rund 200 Polizisten sowie einige Beamte des kommunalen Sicherheitsdienstes vor Ort. Bei Fan- Ausschreitungen während eines Spiels zwischen beiden Clubs hatte es am 13. Januar 1991 in Orkney 40 Tote gegeben.

Blatter gegen Spekulationen um WM-Bewerbung 2010

Der Regierung kommt die Tragödie angesichts ihrer angekündigten Kandidatur für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Jahr 2010 ungelegen. Die begeisterte Fußball-Nation hatte sich schon für die WM 2006 beworben, war aber bei der Abstimmung in Zürich knapp am Mitbewerber Deutschland gescheitert. Der Weltfußball-Verband FIFA reagierte mit Bestürzung, aber auch Verständnis. Präsident Joseph Blatter wandte sich gegen Spekulationen über eventuelle Auswirkungen auf eine WM-Bewerbung Südafrikas: "Keine 24 Stunden nach einer solchen Katastrophe ist es geschmacklos, über ein WM-Turnier nachzudenken, das noch nicht einmal vergeben ist."

Die FIFA-Exekutive wird im nächsten Jahr darüber entscheiden, ob die Titelkämpfe 2010 auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen werden sollen. In dem Fall gilt Südafrika als Favorit. Sportminister Balfour schloss jedoch die Wahrscheinlichkeit negativer Auswirkungen aus. "So etwas hat es zuvor auch schon in anderen Ländern gegeben, ohne dass es deren Chancen geschmälert hätte", sagte er. Wichtig sei es allerdings nun, Lehren aus dem Vorfall zu ziehen.

Augenzeugen berichten von wahren Horror-Szenen

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Zerbrochene Tore nach der Tragödie am Ellis Park-Stadion.

In der Leichenhalle des Stadtteils Hillbrow spielten sich unterdessen bewegende Szenen ab. "Ich denke, ich beginne hier und habe dann das Schlimmste hinter mir", erklärte Cynthia Peta (33) aus Dobsonville. Sie war bei dem Tumult von ihren Freunden und ihrem 28- jährigen Bruder getrennt worden, der seitdem vermisst wird.

Die Medien des Landes ließen am Donnerstag ausführlich Augenzeugen zu Wort kommen. Demnach spielten sich wahre Horror-Szenen ab, als die Menge lawinenartig nach vorn drängte. "Das Sportfeld glich mit den herumliegenden Leichen eher einem Schlachtfeld", erklärte der Sportfotograf Etienne Rothbart. Der Kapitän der Orlando Pirates, Thabo Mngomeni, meinte niedergeschlagen: "Ich denke nicht, dass das eine gute Werbung für unseren Fußball sein wird." Probleme gab es bei der Evakuierung der Opfer, die teils auf dem Rücken anderer Fans oder Reklameschildern transportiert wurden. Einige wurden per Helikopter ausgeflogen, da Zufahrtsstraßen zum Stadion blockiert waren.

dpa, AP - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 12. April 2001 14:57 von aj

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