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zurückblättern  ... Auf die Luxusklasse umgebucht

All das konnte der zahlungskräftige Tito im vorigen Sommer noch nicht wissen, als er sich nach langen Verhandlungen mit der russischen Raumfahrtbehörde einig wurde. 20 Millionen Dollar war es ihm wert, einen Flug zur damals noch um die Erde kreisenden Mir samt mehrtägigem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit zu buchen. Seine russischen Partner nahmen die dringend benötigte Vorauszahlung in Empfang und gaben sie ebenso schnell wieder aus. Der erste Schritt zu einer sprudelnden Geldquelle schien für Russland getan - zum profitablen Weltraumtourismus.

Eine Art Dienstreise ins All hatte es bereits 1990 gegeben. Eine japanische Fernsehgesellschaft zahlte angeblich 10 Millionen Dollar dafür, dass ihr Reporter Tojehiro Akijama vom Weltraumbahnhof Baikonur zu Mir reisen durfte.

Lautstarker Protest

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Tito hisst eine US-Flagge auf dem russischen Weltraumbahnhof Baikonur, von wo aus er zur ISS starten will.

Die Träume Titos hingegen begannen bald zu platzen. Überraschend beschloss die russische Regierung im Spätherbst, sich wegen chronisch leerer Staatskassen endgültig von der Mir zu trennen. Die 250 Millionen Dollar für die jährlichen Betriebskosten der alten Raumstation sowie die Beteiligung an der ISS war Moskau denn doch zu viel. Und mit einem Feuerschweif am Himmel über dem Pazifik verschwand die Mir Ende März nach über 15 Betriebsjahren in den Geschichtsbüchern der Raumfahrt.

Aber was tun mit Tito? Da er schon bezahlt hatte und das Geld auch schon weg war, kam die russische Raumfahrtbehörde in arge Bedrängnis. Schließlich beschlossen die Verantwortlichen, Tito einen der teuren und limitierten Plätze auf der ISS zu geben. Doch die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen in Russland stieß beim Weltraumpartner NASA in den USA auf lautstarken Protest.

Nasa von jeder Verantwortung entbunden

Den Verantwortlichen in der amerikanischen Raumfahrtbehörde war ihr eigener Landsmann höchst unbequem. "Zu alt", lautete das erste Argument gegen den 60-Jährigen. Schließlich hieß es aus Cape Canaveral, Tito sei nicht genügend ausgebildet und spreche zudem nur schlecht Russisch.

Die Farce wurde schließlich so weit getrieben, dass Tito zunächst verboten wurde, die US-amerikanischen Sektionen der Raumstation zu betreten. Zuletzt musste der Multimillionär noch auf Wunsch der NASA eine Erklärung unterschreiben, in der er die amerikanische Weltraumbehörde von jeder Verantwortung entbindet und sich zudem für vollen Schadenersatz verpflichtet, sollte er auf der ISS auf den falschen Knopf drücken.

Keine Angst vor dem Druck auf den falschen Knopf

Angst vor dem Druck auf den falschen Knopf haben aber weder die russischen Raumfahrtbehörde noch Tito selbst. Über 900 Stunden härtesten Kosmonauten-Trainings musste er über sich ergehen lassen - ob in simulierter Schwerelosigkeit, im Wassertank, auf der Zentrifuge oder beim Überlebenstraining in der Wildnis. "Ich werde nicht nur ein Passagier sein, ich kann mich um mich selbst kümmern", sagte Tito trotzig nach acht Monaten Ausbildung. In dieser Zeit wurde aus dem Millionär ein fast vollwertiges Mitglied der Sojus- Mannschaft - Funker, Navigator und Bord-Elektriker.

Von Günther Chalupa, dpa - Fotos: AP, dpa

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Zuletzt geändert am 25. April 2001 13:23 von aj

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