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Kanzler bezieht neuen Amtssitz
Foto-Show: Das neue Bundeskanzleramt

Bundeskanzler Schröder regiert seit Montag im neuen Kanzleramt

"Gelungen - es jibt Schlimmeret in Berlin"

Berlin - Seit Montag, 14.30 Uhr, führt Bundeskanzler Gerhard Schröder offiziell seine Amtsgeschäfte vom neuen Kanzleramt im Berliner Spreebogen aus. Am Wochenende lief der Umzug "wie geplant", berichtete Regierungssprecherin Charima Reinhardt. Unter anderem wurden fast vier Kilometer Akten vom bisherigen Amtssitz, dem früheren DDR-Staatsratsgebäude am Schloßplatz in Berlins Mitte, und vom alten Bonner Kanzleramt in den 465 Millionen Mark teuren Neubau schräg gegenüber vom Reichstag gebracht.

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Mitarbeiter des Kanzleramtes blicken nach draußen auf die ersten Besucher.

Dort war am Vormittag erst einmal eine "Orientierungsphase" für die Mitarbeiter angesagt, wie die Regierungssprecherin berichtete. In welchen Büro sitzt der Kollege, wo finde ich den Abteilungsleiter, und wo ist die Teeküche? Das neue Kanzleramt ist 341 Meter lang und mit 19.000 Quadratmeter Nutzfläche etwa so groß wie das alte Kanzleramt am Rhein. 510 Mitarbeiter verteilen sich auf 370 Büros. Der Leitungstrakt (Kanzlerwürfel) ist neungeschossig, die beiden seitlichen Bürotrakte habe fünf Stockwerke.

"Phase des Zurechtfindens"

Die Beschäftigten hätten bereits zuvor eine Einweisung bekommen, die allerdings "mehr theoretischer Natur" gewesen sei, berichtete Reinhardt. Am Montag stand für sie dann die "Phase des Zurechtfindens am praktischen Gegenstand" an. Als erste Besucher beim Kanzler hatten sich Architekt Axel Schultes und der ehemalige französische Staatspräsident Valery Giscard d'Estaing angesagt. Die Schlüsselübergabe für das neue Gebäude in der Willy-Brandt-Str. 1 ist erst am kommenden Mittwoch.

Neue Telefonanlage mit Aussetzern

Wie bei jedem Umzug, lief auch beim Kanzler nicht alles glatt. Die Regierungssprecherin berichtete von vorübergehenden technischen Ausfällen bei der neuen Telefonanlage. Bis zum Nachmittag seien zwar die Computer, noch nicht aber 100 Prozent der Drucker angeschlossen gewesen. Bereits am Wochenende können auch die Ministerpräsidenten der SPD-regierten Ländern den Neubau in Augenschein nehmen, wenn sie dort mit dem Kanzler über den künftigen Länderfinanzausgleich verhandeln.

"Jeder weiß, dass es der Herr Kohl genehmigt hat"

Gerade erst eröffnet, ist das neue Kanzleramt bereits zum Touristenmagnet geworden. "Der Schröder zieht hier als erster ein. Aber jeder weiß, dass es der Herr Kohl genehmigt hat", dozierte ein ostdeutscher Besucher auf dem Platz vor dem abgesperrten Ehrenhof des Neubaus am Montag.

Mit dem Umfeld seines Amtssitzes ging es Schröder nicht besser als den meisten Häuslebauern nach ihrem Einzug: So richtig fertig schaute es nicht aus. Im Ehrenhof vor dem Haupteingang staubte es am Vormittag kräftig, weil noch ein Teil der Platten zugeschnitten werden musste. Ein Kompressor machte einen Höllenlärm. An der Zaunseite des Innenhofs war der Rollrasen noch nicht verlegt. Männer und Frauen in roten Overalls fegten wie die Weltmeister, um zumindest schon einmal den Bereich um die Skulptur "Berlin" von Eduardo Chillida sauber zu bekommen.

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Zuletzt geändert am 30. April 2001 15:29 von sab

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