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Sa 16.06.2001
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Deutschlands Werfer-Misere sieben Wochen vor WM:Medaillenbank droht der BankrottJahrzehntelang waren sie bei Medaillenschlachten eine Bank - doch sieben Wochen vor der Leichtathletik-WM droht den deutschen Werfern in Edmonton der "Bankrott". Cheftrainer Karl-Heinz Leverköhne: "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir irgendwann vor einem Großereignis im Wurfbereich überhaupt keinen festen Medaillenkandidaten hatten. Selbst Lars Riedel wird es bei der WM so schwer haben wie nie zuvor und Astrid Kumbernuss verfügt nicht mehr über ihr früheres Leistungsniveau." Holten die Werfer vor zwei Jahren bei der WM in Sevilla noch sieben von zwölf deutschen Medaillen (je zwei Gold, Silber und Bronze bei Männern und Frauen), müssen die Erwartungen diesmal insgesamt stark heruntergefahren werden. Selbst fünfmal Edelmetall wie bei Olympia in Sydney, als Weitspringerin Heike Drechsler und 800-m-Läufer Nils Schumann siegten, Riedel Silber gewann und Kumbernuss ebenso wie Hammerwerferin Kirsten Münchow Bronze holte, zeichnen sich derzeit nicht ab. Frank Hensel, Leistungssport-Direktor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sieht den Negativ-Trend und schraubt die Erwartungen zurück. Aber er sagt: "Am Wochenende stehen der Mehrkampf in Ratingen und das Nürnberger Meeting an, eine Woche darauf der Europacup in Bremen und Ende des Monats die deutschen Meisterschaften in Stuttgart. Bis dahin wird sich das Niveau noch positiv verändern. Es wäre nicht wünschenswert, wenn unsere Athleten jetzt schon WM-Form hätten." Diskus-Olympiasiegerin Ilke Wyluddas Karriere am Ende Doch davon sind viele meilenweit entfernt. Kugelstoßer Oliver-Sven Buder ist nach dem WM-Silber von 1999 abgestürzt auf ein bescheidenes 20-m-Niveau. Für Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs sieht Leverköhne trotz eines 79-m-Wurfes ohne Trainer bald "das Ende der Fahnenstange". Auch Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch ist nach gesundheitlichen Rückschlägen nicht mehr "die alte" und zwei andere sind vom Verletzungspech verfolgt. Die Karriere von Ilke Wyludda, Diskus-Olympiasiegerin von 1996, scheint beendet. Und nach zwei Achillessehnenrissen setzt nun ein kaputter Ellenbogen Speerwurf-Europameisterin Tanja Damaske außer Gefecht. "Wir haben zu lange von zu alten Athleten gelebt" "Wir haben zu lange von zu alten Athleten gelebt. Unser Nachwuchs gewann vergangenes Jahr zwar Gold und Bronze bei der Junioren-WM - aber ein echter Überflieger ist nicht unter unseren Talenten", sagt Leverköhne mit Blick auf den Wurfbereich. Insgesamt gab es in Santiago de Chile zwölf Medaillen für den deutschen Nachwuchs. Doch nach dem Beispiel vergangener Jahre scheitern fast alle Talente daran, das hohe Junioren-Niveau nach dem Stile von Nils Schumann dann auch bei Männern (oder Frauen) zu demonstrieren. Genau hier will das neue DLV-Präsidium unter Präsident Dr. Clemens Prokop den Hebel ansetzen, doch Erfolge werden sich allenfalls mittelfristig einstellen. Gerd Holzbach, sid |
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Zuletzt geändert am 16. Juni 2001 20:27 von mwege |
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