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Zehnkämpfer Busemann erneut verletzt: WM in Edmonton in Gefahr

Ellenbogen wird zur Achillesferse

Ratingen - Auf dem Weg zum Nahziel WM und zurück zu alter Stärke wird der Ellenbogen für Frank Busemann mehr denn je zur Achillesferse. Doch nach den schmerzhaften Erfahrungen von Ratingen erscheint noch viel gravierender, dass der regelmäßig rebellierende Körper des deutschen Zehnkampf-Stars die hundertprozentige Leistungsbereitschaft wohl auf Dauer verweigern wird.

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An dieses Bild hat sich bei Frank Busemann fast schon gewöhnt: Zuletzt bremsten ihn immer wieder Verletzungen.

"Ich habe noch Großes vor Augen. Aber im Moment weiß ich gar nichts. Weder, was die WM anbelangt, noch sonst was. Jetzt fehlt nur noch der Kolbenfresser über 1.500 m, dann hätte ich verletzungsmäßig alle Disziplinen durch", sagte der skeptisch wirkende 26 Jahre alte Westfale, nachdem er mit 8.192 Punkten bei der Mehrkampf-Qualifikation des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) das Ticket zu den Welttitelkämpfen im kanadischen Edmonton (3. bis 12. August) mit Ach und Weh gebucht hatte.

Pessimistische Prognosen

Mittels einer Kernspintomografie beim ehemaligen Verbandsarzt Dr. Karlheinz Graff (Essen) erhofft sich Busemann nun Aufschluss darüber, welche Verletzung beim Speerwerfen ihn fast die WM-Norm gekostet hätte.

Pessimistisch schaute auch der Freiburger Spezialist Dr. Heinz Birnesser in die Zukunft. "Die optimale Leistungsfähigkeit bei Frank wird wohl nie wieder richtig hergestellt. Trifft er den Speer unsauber, und das passiert oft, wird der Ellenbogen sofort in Mitleidenschaft gezogen", sagte der Arzt der deutschen Mehrkämpfer und langjährige Weggefährte Busemanns bei dessen "Tour der Leiden".

"Das kann nicht alles gewesen sein"

Dabei möchte der Bankkaufmann seine Aktien so gerne noch einmal in die Höhe treiben. "Meine 8.706 Punkte will ich einfach noch einmal knacken. Das kann nicht alles gewesen sein. Und ich habe wieder so viel Spaß am Zehnkampf", insistiert Deutschlands Sportler des Jahres 1996. Oftmals von Rückenproblemen und Verletzungen in der Beinmuskulatur zurückgeworfen, entpuppte er sich bislang noch immer als Steh-auf-Männchen.

Doch nach dem Streik des Ellenbogens gerät Busemann erneut dramatisch aus der Bahn. "Es ist keine alte Verletzung aufgebrochen, sondern das frisch operierte Gewebe hat der Belastung von Null auf Hundert nicht standgehalten", erklärte Birnesser: "Das Problem ist, dass die Stelle bei einer WM-Vorbereitung keine Chance zur Anpassung hat. Ist der Heilungsverlauf positiv, braucht die Kapsel um die sechs Wochen, bis sie wieder einigermaßen okay ist."

"Totale Schmerzen" nach Speerwurf weiterblättern
 

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Zuletzt geändert am 18. Juni 2001 11:36 von sab

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